Radfahren und seinen Blutzucker bestimmen
28. Mai 2008Ein Problem, das ich vor meinem ersten Triathlon in vier Wochen lösen muss, ist die Frage, wie kann ich während des Fahrens meinen Blutzucker messen.
Denn während des Rennens anhalten finde ich ziemlich blöd, auch wenn sich der “Zeitverlust” sicherlich auf nicht mehr als eine Minute beläuft und letztlich in meiner Leistungsklasse absolut irrelevant ist. Eher würde ich, so wie ich mich kenne, auf eine Messung verzichten und mich auf mein “Gefühl” verlassen, was an sich leichtsinnig und inakzeptabel ist, aber trotz dieser Einsicht leider nicht an Wahrscheinlichkeit verliert.
Also muss eine Lösung her!
Da ich weiß, dass das accu-check Triathlon-Team mit dem accu-check Compact Plus misst, habe ich mir dieses als Testgerät schicken lassen. Die Vorteile klingen überzeugend:
- Die Stechhilfe ist an der Seite mit dem Messgerät verbunden.
- Die Sensoren werden aus einer Trommel (Inhalt: 17 Sensoren) auf Knopfdruck mit einem Motor in die richtige Position gefahren und anschließend “ausgespuckt”.
- Das Messgerät piepst sehr laut bei jedem Schritt (Sensor ausgefahren, genug Blut aufgetragen, Blutzucker bestimmt).
Dadurch ist, falls das Messgerät fixiert ist, eine Bedienung mit einer Hand möglich. Das heißt, ich kann mit einer Hand lenken, während die andere den Messvorgang durchführt. Zudem können die Blicke auf das Messgerät aufgrund der lautstarken Meldungen auf ein Minimum begrenzt werde: Die Aufmerksamkeit bleibt weitgehend der Straße vorbehalten.
Die Montage an mein Rennrad erwies sich als problemlos (vgl. Foto links): Das Gerät habe ich mit zwei Tesafilm-Streifen sicher befestigt (sicher, das geht auch ordentlicher – es war halt ein erster Versuch). Dabei sollte man unbedingt darauf achten, dass das obere Ende der Stechhilfe nicht fixiert wird, denn hiermit wird die Lancette gespannt und losgefeuert.
Der Praxistest bestätigte, dass eine Ein-Hand-Bedienung problemlos möglich ist. Allerdings lässt das Display sehr zu wünschen übrig. Bei moderatem Sonneneinfall lässt sich der Wert nur ablesen, wenn ich mit der Hand das Display vom Sonnenlicht abschatte und mich zugleich bemühe, im richtigen Winkel auf die Anzeige zu sehen.
Erschreckend finde ich auch die monströs große Form: Das Ding (accu-check Compact Plus) ist einfach nur klobig, was älteren Menschen die Bedienung sicherlich erleichtert, für mich aber jede Alltagstauglichkeit nimmt.
Mit anderen Worten: Auf dem Fahrrad sehe ich derzeit keine andere Möglichkeit, als mit diesem Messgerät ohne abzusteigen meinen Blutzucker zu messen.
Im Alltag bleibe ich aber bei meinem Freestyle Lite, dass klein und fein, schnell und mit einem immer (!) ablesbaren Display meine Werte mit viel weniger Blut bestimmt.
Vielleicht ist ja bereits ein Gerät in der Pipeline, dass die Vorteile beider Geräte vereint? – Ein Freestyle Lite mit integrierter Stechhilfe und automatischem Sensoren-Auswurf oder ein accu-check Compact Plusplus mit einem vernünftigen Display, weniger Blutbedarf und kleinerem Formfaktor …
EDIT: Da die Wettervorhersage beim Triathlon am vergangenen Sonntag, den 22.06.08, für Berlin sonniges und trockenes Wetter vorausgesagt hatte, habe ich das Messgerät wie beschrieben benutzt und zweimal problemlos bei knapp 40 km/h gemessen. Eigentlich super! — NUR: Als ich nach dem Triathlon wieder mit dem Gerät messen wollte, ging nichts mehr, lediglich eine Fehlermeldung begleitete das Piepsen: Das Gerät war in der Sonne zu heiß geworden.
Damit ist das Testergebnis eindeutig:
MEINE LÖSUNG IST – auch bei gutem Wetter – KEINE LÖSUNG!
EDIT 2: Eine – zugegeben sehr kostenintensive – Lösung ist der Freestyle Navigator, das kontinuierliche Glukose-Messsystem der Firma Abbott. Dieser bestimmt mit einem am Oberarm oder Bauch fixierten Sensor minütlich den Blutzucker, zeigt den Trend des Blutzuckerverlaufs an (steigend, stark fallend etc.) und warnt mit lauten Signaltönen vor Hypo- und Hyperglykämien. Hier bleiben die Arme frei, weil keine Messung nötig ist, und man ist stets perfekt informiert.
Einige Hinweise habe ich in einem ausführlichen Artikel zusammengestellt:
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Tags: Diabetes, Freestyle Navigator, Radfahren, Triathlon

Am 27. Juni 2008 um 16:11 Uhr
[...] zumindest eine Schönwetter-Lösung gefunden zu haben, bewährte sie sich nicht (vgl. Radfahren und seinen Blutzucker bestimmen). Das auf dem Oberrohr montierte Blutzucker-Messgerät erhitzte sich zu sehr, eine Messung nach [...]