Mein (blutzucker-technisch) perfekter langer Lauf

7. Juni 2008

Auch wenn ich mich kräftemäßig etwas elend gefühlt habe (sehr warme Temperaturen? noch nicht restlos regeneriert vom Rennsteiglauf vor drei Wochen?), war es doch hinsichtlich meiner Diabetes-Anpassung ein Bilderbuchlauf: Alle Werte absolut konstant mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand zur Unterzuckerungs-Schwelle.
Ja, und dieser “Erfolg” kompensiert mein gefühltes Leistungstief, macht mich zufrieden und ist ein Grund hier zu posten, auch damit der ein oder andere vielleicht etwas daraus lernt …


LANGER LAUF

  • Distanz: 32,85 km
  • Zeit: 2:49:08 (5:09 min/km)
  • Art des Trainings: flotter Dauerlauf (GA1 – GA 2)


DIABETES-ANPASSUNG

Aufstehen (06:38)

  • BZ: 75 (Ein normoglykämischer Morgenwert!)
  • BE: 4 (Frühstück mit drei Toastbroten, zuckerhaltige Marmelade, Kaffee mit viel Milch)
  • IE: 1 (Ich muss morgens nach dem Aufstehen eine Einheit abgeben, der sogenannte Morgengupf, sonst steigt mein Blutzucker sofort an – und manchmal sogar mehr, als ich auf den 30 Kilometern wieder runterlaufen kann …)
  • BR: 70% (Eine relativ mäßige Reduktion meiner Basalrate, weil meine sportliche Aktivität schon zu gewissen Teilen in meiner täglichen Basalrate enthalten ist.)

Loslaufen (8:11)

Während des Laufs

  • Kilometer 10 (09:08): 150 -> 4 BE (mein “geliebtes” Hammergel Espresso: nicht zu süß, sehr magenfreundlich!)
  • Kilometer 20 (10:00): 123 -> 4 BE (Hammergel)

Nach dem Lauf (10:51)

  • BZ: 142
  • BE: 5
  • IE: 4 (Da die Insulinempfindlichkeit nach wie vor sehr hoch ist, korrigiere ich weder meinen Blutzucker noch decke ich meine BEs voll ab.)
  • BR: 90% (Ich fahre die Pumpe noch acht Stunden mit einer temporären Basalrate, um die erhöhte Insulinempfindlichkeit wegen des Muskelauffülleffekts auszugleichen.)

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4 Reaktionen zu “Mein (blutzucker-technisch) perfekter langer Lauf”

    Kommentar(e)
  1. Kathrin

    Weißt Du, ich muß zwar glücklicherweise nix aus Deinen Erfahrungen lernen, aber es zeigt mir immer wieder, wie gut ich es doch habe, daß ich “nur” laufen muß. Ich bewundere die Akribität, mit der Du Deinen Sport und Deine Krankheit (ich weiß gar nicht, ob der Begriff Krankheit bei Dir angebracht ist) unter einen Hut bekommst. Zumal Deine sportlichen Leistungen ja auch beachtlich sind. Das gefällt mir!

  2. Andreas

    Ja, Du hast Recht: Akribie, Wissen und Willen -- ohne das geht es nicht.
    Selbstverständlich wünsche ich mir auch manchmal ein Laufen ohne das notwendige Planen und Reagieren, aber “krank” fühle ich mich NIE … und wer weiß, vielleicht hätte ich ohne Diabetes nach der langen, 17-jährigen Laufpause nicht wieder angefangen, ambitioniert und regelmäßig Sport zu treiben. Und seitdem, seit drei Jahren lebe ich wieder viel gesünder (wenig Alkohol, viel Bewegung, sehr bewusste Ernährung) -- Gesundheit durch Krankheit, eigentlich absurd.

  3. Anna

    Das liest sich wie ein Wunschkonzert. Bei so einer Belastung mit solchen Zuckerwerten -- besser gehts nicht. Mit so wenig BE und einer relativ hohen Basalrate unglaublich

  4. Andreas

    Nun, so beispielhaft perfekt passen Sport, Blutzuckerverlauf und Therapieanpassung natürlich nur selten zusammen. Deshalb ja auch meine Freude über dieses “Wunschkonzert”.
    Aber insgesamt ist es schon so, dass Erfahrung den Meister macht und meine Therapieanpassungen -- inzwischen (!) -- meist mehr als weniger passen.
    Und da ich fast täglich trainiere, ist in meiner alltäglichen Basalrate schon sehr viel Bewegung enthalten -- viel mehr ist es umgekehrt: Ich erhöhe bei mehrtägiger Sportabstinenz die Basalrate um 10-20%.

    Lieben Gruß, Danke für den Besuch,
    Andreas

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