Brrrrr… Kaltes Wetter ist nichts für den Freestyle Navigator!

14. Januar 2010

Jetzt ist es zum zweiten Mal passiert: Der Freestyle Navigator fällt komplett aus, nichts geht mehr …

Vor wenigen Wochen geschah es das erste Mal, Skifahren in St. Anton, strahlender Sonnenschein, aber minus 15°. Der Empfänger befindet sich in meiner Jackentasche und plötzlich geht nichts mehr, keine Anzeige, gar nichts. Am Abend in der warmen Wohnung erhärtet sich dann der Verdacht, den ich bereits in der verschneiten Bergwelt hatte: Die Kälte hat der Batterie so zugesetzt, dass sie den Empfänger nicht mehr versorgen konnte. Und das, obwohl ich noch am Abend vorher die Batterieleistung überprüft hatte und ich aufgrund der angezeigten 50-75% Restladung davon ausgehen musste, dass in dieser Hinsicht keine Probleme zu erwarten sind. Sicherlich kann man auch mal ein paar Stunden unnavigiert überbrücken – auch wenn ich mich an den Komfort gewöhnt habe -, aber ein Ausfall des Empfängers bedeutet stets einen neuen Sensor, weil der bisherige so ohne Weiteres nicht mehr akzeptiert wird.

Seitdem wechsel ich, falls die kalte Jahreszeit ihrem Namen wirklich Ehre macht, die Batterie des Empfängers bereits nach 5 Tagen … und obwohl ich bei deutlichen Minusgraden mit Ski, Fahrrad und Laufschuhen unterwegs bin, ist der Empfänger seitdem absolut zuverlässig und zeigt stets genaue Werte an, Werte, deren Genauigkeit ich mit einer herkömmlichen Blutzucker-Messung bei Kälte niemals erreichen könnte.

Dennoch hat mich der Navigator ein zweites Mal im Stich gelassen, doch dieses Mal war es der Sender. Gleiches Phänomen: Trotz Batterieleistung von 50-75% verabschiedete er sich nach etwas mehr als einer Stunde Laufen im Wald. Wieder war es die Kälte, die aufgrund der dünnen Bekleidung auch den direkt am Oberarm befindlichen Sender lähmte, denn eine neue Batterie erweckte ihn nach dem Training wieder zum Leben. Und da ich die Begrüßung von Sender und Empfänger, deren Kontaktaufnahme von der Frage “Haben Sie den Sensor entfernt?” begleitet wurde, wahrheitsgemäß mit “Nein” beantwortete, erschienen wenige Minuten später erneut Werte. Immerhin, ein neuer (sündhaft teurer) Sensor war nicht fällig.

Fazit: Bei sehr kalten Temperaturen, genauer, wenn Sender und Empfänger diesen über eine gewissen Zeit ausgesetzt sind, können die Batterien ausfallen, auch wenn die Batterieleistung zuvor keinen Grund zur Sorge gab. Je nach Wettervorhersage und Trainingsplanung wechsele ich daher die Batterien im 5-Tage-Rhythmus, während sie sonst durchaus 20-25 Tage durchhalten.


Ausführliche Informationen über die Verwendung des Freestyle Navigators beim Sport finden Sie hier:


Verwandte Artikel (Anzahl Kommentare):

Tags: , ,


9 Reaktionen zu “Brrrrr… Kaltes Wetter ist nichts für den Freestyle Navigator!”

    Kommentar(e)
  1. Tuut

    Hallo Andreas,
    Vielen Dank für diesen wertvollen Erfahrungsbericht. Das ist mir auch schon 2 Mal passiert (trotz neuer Batterien!). Ich hatte eine Sensor-Macke vermutet. Sobald ich wieder im Warmen war hatte ich plötzlich doch wieder Werte.
    Fazit – Kälte mag er nicht unser Navi.

    viele Grüße
    Tuut

    möchte mich noch herzlich bei Dir bedanken. Habe enorm viel auf Deiner Seite über eine optimale Nutzung des navigators erfahren! (dadurch wurde meine Entscheidung zum navigator grundlegend mitbestimmt – und bereue die Entscheidung bisher nicht)

    … übrigens was ist dran an einem seltsamen Grücht, dass der navigator nicht rentabel sei und nicht mehr vertrieben werden soll? Hast Du da was gehört?

  2. Andreas

    Vielen Dank für die netten Worte!!!

    Aber das Gerücht, dass der Navigator nicht mehr vertrieben werden soll, haut mich um: Es gibt doch (derzeit) nichts Vergleichbares!
    Du bist die Zweite, die mich diese Woche mit dem Gerücht konfrontiert, von daher fürchte ich fast, da ist etwas dran. Woher hast Du denn dieses Gerücht?
    Außerdem habe ich in der Yahoo-Newsgroup gelesen, dass derzeit (mal wieder) in den USA kein Navigator verkauft wird und die Händler nicht wissen, ab wann (und ob überhaupt) es den wieder geben wird – vielleicht wird aber auch nur die Einführung der 1.5er-Version vorbereitet, auf die die Benutzer in den USA immer noch warten.

    Hoffentlich sind das alles KEINE bad news!

    Danke dennoch für Deine Frage und den Hinweis, liebe Grüße,
    Andreas

  3. Joa

    Hallo zusammen,

    Als Empfehlung bei kaltem Wetter wäre für den Empfänger mal wieder auf LiIo Zellen zu verweisen. Zeichnen sich durch hohe Energiedichte und gute Spannungsstabilität bei Kälte aus.

    Evtl. könnte auch ein Versuch mit LSD-Akkus, vorzugweise empfohlen werden die eneloop Akkus. Die gelten auch bei Kälte als ordentlich spannungsstabil. (Bei Akkunutzung aber mit jedem Sensor *und* auch bei jedem Reset wechseln)

    Für den Sender nehm ich eigentlich immer nur Alkaline-Zellen. Die gibt es für 10 Cent das Stück und 4 bis 6 Wochen machen die schon locker mit, zumindest bei mir. Wenn ich RENATA lese, bekomme ich schon aus alten, leidvollen Erfahrungen mit den Batterien der H-Tron Insulinpumpe die Krätze.

    Wie ich heute hörte, geht es anderen Usern mit dem Navigator und RENATA ähnlich. Da sollen die RENATAS im Transmitter auch schon mal nach ein paar Stunden den Blackout haben.

    Disetronic ist dann ja auch zu VARTA gewechselt, ich jetzt zu den Camelion-Alkaline, günstig über eBay zu bekommen.

    Vorsichtshalber nehm ich auch so alle 1 bis 2 Wochen eine neue LR44 Zelle. Vielleicht verschwenderisch, aber sicher ist halt sicher.
    Gibt es eigentlich die Zellen für den Sender auch als LiIo?

    Wäre dann wohl auch für den Wintersport anzudenken.

    Gruß
    Joa

    p.s.
    @ Andreas: Vielleicht könntest Du solche Erfahrungen mit dem Sys denn auch, als Kopie, bei Jörg einstellen?

    Wäre schon nicht schlecht, eine etwas zentralere Anlaufstelle für das ganze CGM-Zeugs zu haben?

    Jedenfalls hätte ich Deinen Bericht dort schon mal eher wahrgenommen. ;-)

  4. Andreas

    Hallo Joa,

    meinst Du Lithium-Ionen-Akkus oder Lithium-Batterien, Lithium-Ionen-Batterien gibt es nämlich, soweit ich weiß, nicht. Lithium-Batterien werden immer bei den animas-Reservoiren mitgeliefert und sind unglaublich ausdauernd. Wäre eventuell eine Idee.
    LSD-Akkus sind eine Möglichkeit, allerdings zögere ich bei einer Akku-Lösung, weil ich beim Dauertragen dann auch noch im Blick haben muss, dass diese stets geladen sind, wenn ich wechsle. Und ich Schussel habe dann nicht geladene Akkus vorrätig und muss warten, bis ich diese geladen habe (übrigens ist m. E. der Akku ein großer Nachteil der dexcom- und minimed-CGMSe).

    Das beschriebene Phänomen mit dem Sender ereignet sich nicht nur mit Renata-Batterien, sondern auch mit den Varta-Knopfzellen, die ich stets billig im Internet kaufe, um das Länger-Tragen der SEnsoren zu ermöglichen, die mitgliefierten Knopfzellen reichen ja nicht.

    LiIo-LR44-Zellen habe ich so auf die schnelle nicht gefunden, zumindest Google ist da nicht sehr ergiebig auf den ersten Seiten. Von daher: Die gibt’s wohl nicht so ohne weiteres. – Aber selbst wenn es sie gäbe, meine Akku-Einschränkung habe ich ja formuliert.

    Der Hinweis im diabetesinfo.de-Forum den Text einzustellen ist gut gemeint, mir aber unangenehm, weil ich dieses “Ich bewerbe meinen Blog” immer wieder unangenehm finde (auch wenn ich es immer wieder mache). Aber vielleicht sollte ich da gelassener sein. ;-)

    Viele Grüße, Danke für Deine guten Ideen,
    Andreas

  5. Andreas

    Das Gerücht, Abbott stellt den Vertrieb des Navigators ein, ist (wohl) definitiv falsch!

    Laut Informationen aus dem Abbott-Management handele es sich bei den Lieferverzögerungen keineswegs um die Vorboten einer Vertriebseinstellung, sondern im Gegenteil um die Auswirkungen der Einführung des Navigators in weiteren Ländern, denen die Produktion nicht gewachsen sei. Eine Aufgabe des Navigators ist nicht geplant und in Kürze sollen wieder ausreichend Geräte verfügbar sein.

    Über diese Entwarnung bin ich persönlich richtig froh, ich hatte schon ärgste Befürchtungen!

    Viele Grüße,
    Andreas

  6. Joa

    Hallo Andreas,

    > Andreas schrieb:

    > meinst Du Lithium-Ionen-Akkus oder Lithium-Batterien, Lithium-
    > Ionen-Batterien gibt es nämlich, soweit ich weiß, nicht.

    AFAIK (as far as I know) gibt es keine LiIo Akkus im AAA oder AA Format mit 1,5 V.

    Gleiches gilt wohl für LR 44. Die gibbet aber auch nicht als Batteriezellen.

    LiIo kann wohl aus irgendwelchen Gründen nicht unter 3,7Volt machen. Bei LiIo Batterien (AA oder AAA) ist da wohl noch ein Spannungswandler in jede Batterie-Rundzelle eingebaut. Die gibbet also schon. Wie ja auch Animas demonstriert. :-)

    > Lithium-Batterien werden immer bei den animas-Reservoiren mitgeliefert
    > und sind unglaublich ausdauernd. Wäre eventuell eine Idee.

    Ich bin voll begeistert von den LiIo. So schurrig laut und schnell hat mein Vibrator vom Navi noch nie vibriert.

    Und die Funkverbindung weist plötzlich ungeahnte Stabilität aus.

    > Das beschriebene Phänomen mit dem Sender ereignet sich nicht nur
    > mit Renata-Batterien, sondern auch mit den Varta-Knopfzellen, die ich
    > stets billig im Internet kaufe, um das Länger-Tragen der SEnsoren zu
    > ermöglichen, die mitgliefierten Knopfzellen reichen ja nicht.

    Probier einfach mal Alkaline von Camelion.
    50 St. gibbet bei iihbäh für versandkostenfreie 5 Euros.

    LR44 Knopfzellen bei Ebay

    Die LiIo Micros (AAA) gibt es so ab 6,50 für 4 St.

    Derzeit sieht :

    Energizer Lithium Batterien bei Ebay

    (2 St. 3,64 € zzgl. 3 Euro Paketversand, egal wie viele)

    für mich am Besten aus.

    > Der Hinweis im diabetesinfo.de-Forum den Text einzustellen ist gut
    > gemeint, mir aber unangenehm …
    > Aber vielleicht sollte ich da gelassener sein.

    Solltest Du. ;-)

    Viele Grüße
    Joa

  7. Andreas

    Vielen Dank für die Erläuterungen, vor allem für die tollen Shopping-Tipps!!! :-)
    Die sind für alle Leser sicher sehr hilfreich!

    Viele Grüße,
    Andreas

  8. Joa

    Noch ein Tipp:
    Abbott US – Statement zum Navigator

    Abbott empfiehlt Kunden in USA, die auf Ersatz defekter Geräte teilweise wohl seit Monaten warten, dass sie ein Konkurrenzsystem erwerben und zahlt die Systemkosten + bisherige Sensorkosten zurück, wenn ich das so richtig in der CGMS-Group von Yahoo lese.

    :-(

    Gruß
    Joa

  9. Andreas

    Danke für den – Ratlosigkeit hinterlassenden – Hinweis, habe dazu gleich einen Artikel verfasst:

    Abbott bezahlt Kunden in den USA den Wechsel vom Freestyle Navigator zu Produkten der Firmen Medtronic oder Dexcom …

    Gruß,
    Andreas

Einen Kommentar schreiben

Abonnieren ohne einen Kommentar abzugeben


Add to Technorati Favorites Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blog Verzeichnis und Blog Webkatalog Bloggeramt.de Blogverzeichnis