Challenge Roth 2010: Und wo war der Mann mit dem Hammer? (Bericht)

25. Juli 2010

Das war er also, mein erster Triathlon über die insgesamt 226 km lange Ironman-Distanz, aufgeteilt in 3,86 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen. Er rauschte in 10:25’32 Stunden nur so vorbei und … tat gar nicht weh! Denn zu keiner Zeit musste ich kämpfen, stattdessen schien der Mann mit dem Hammer sich andere Opfer auszusuchen – ich jedenfalls blieb von Einbrüchen während des gesamten Wettkampfs verschont. Meine vielen Stunden Training (seit November habe ich insgesamt 324 Stunden für die Challenge Roth trainiert) haben sich voll und ganz ausgezahlt.

Der Tag, auf den ich so viele Stunden hingefiebert habe, beginnt um 3:45 Uhr mit einem kleinen Frühstück. 2 Scheiben Toast, dick mit der süß-malzigen Ovomaltine Schokocreme bestrichen, dazu ein großer Becher Milchkaffee, ein perfekter Start in den Tag: leicht und energiereich. Mehr frühstücken möchte ich nicht, da ich sonst mehr Insulin abgeben müsste. Und da ich vor dem Schwimmen, das drei Stunden später beginnen wird, einen großen Respekt, ja vielleicht sogar ein bisschen Angst habe, weniger vor der langen Strecke als vor einer Unterzuckerung, versuche ich, das Insulin, das während des Schwimmens noch wirkt, möglichst gering zu halten. Und da stets die Regel gilt, je kleiner der Bolus, desto kürzer die Wirkdauer, hoffe ich, mit meinen 2 IE für die 3 BE Frühstück gut aufgestellt zu sein.

Verzaubert werde ich, als ich gegen 4:45 Uhr vom Kanalufer aus auf die Wechselzone herabsehe: Es ist noch dunkel, Laternen beleuchten bei getragener, stimmungsvoller Musik die weiß leuchtende Wechselzone, weiß leuchtend, weil fast alle der mehr als 3000 Fahrräder noch mit weißen Plastikgaragen verhüllt sind, die das Licht der Laternen reflektieren. Ein traumhaft schönes Bild, ein stimmungsvoller Moment, die Ruhe vor dem Rennen.

In der Wechselzone wird deutlich, dass die Ruhe trog, es herrscht reges Treiben: Rad auspacken, prüfen, aufpumpen und herrichten, Trinkflaschen füllen, Wechselzone einrichten, Kleiderbeutel abgeben, Dixi aufsuchen, Freunde begrüßen und Glück wünschen, den Körper mit Sonnencreme und Vaseline einreiben, den Neo anziehen, Badekappe auf und Schwimmbrille an … und schon ist es kurz vor Sieben und meine 200-köpfige Startgruppe wird aufgerufen. Wir trippeln zum Start, steigen die Stufen ins Wasser, schwimmen bis zur Startlinie und “Bumms”, mit einem lauten Knall geht es los.

3,86 km Schwimmen

Challenge Roth 2010 - Nach dem Schwimmen wieder an LandDer befürchtete Startstress, die viel beklagte Prügelei auf den ersten Metern der Schwimmstrecke findet nicht statt, stattdessen zieht sich unsere Startgruppe relativ homogen auseinander, sodass ich sehr bald meinen, zugegeben nicht gerade schnellen Rhythmus finde. Orientierungsprobleme kann es auf dem Kanal nicht geben, da die Böschungen rechts und links jegliche Schlangenlinie verhindern und ich mit jedem Atmen den Abstand zum Ufer kontrollieren kann.
Unangenehm wird es erst kurz nach der Wendeboje, wenn das vordere Drittel der 5 Minuten nach uns gestarteten Gruppe mich einholt. Von den schnellen Schwimmern nimmt keiner Rücksicht, da wird überschwommen, was vor der eigenen Ideallinie treibt. Erst ein Schlag auf die Füße, patsch, dann auf den Oberschenkel, potsch … und wer dann nicht Kraul Kraul sein lässt und einen schnellen Brustzug zur Seite macht, der schwimmt für einigen Sekunden unter der Wasseroberfläche. Sehr unschön das!
Unruhe bereitet mir auch die Sorge, beim Schwimmen zu unterzuckern. Zur Sicherheit habe ich eine Stunde vor dem Start die Basalrate meiner Pumpe um 30% auf 70% reduziert und in den letzten 45 Minuten vor dem Schwimmen 7 BE zu mir genommen (4 BE Toastbrot und einen Powerbar-Riegel). 10 Minuten vor dem Start verheißt ein Blutzucker von 150 mit steigender Tendenz ein problemloses Schwimmen. Aber sicher bin ich mir nicht und so horche ich während des Schwimmens immer wieder in mich hinein, suche nach Anzeichen einer drohenden Unterzuckerung, die ich mit den beiden Gels, die ich im Brustbereich unter meinem Neo platziert habe, bekämpfen könnte. Aber nichts da, alles fühlt sich so an, wie es sein soll, keine Hypo weit und breit.
Und so kommt die lärmende Brücke nahe der Wechselzone, von der mehr als tausend Zuschauer applaudieren und schreien, immer näher und kündet lauthals das Ende der ersten Disziplin an. Nach 1:14’21 Stunden klettere ich aus dem Wasser, was eine vergleichsweise bescheidene Leistung ist, denn als 1.351. gehört man zweifellos zur langsameren Hälfte der Starter.

180 km Radfahren

Challenge Roth 2010 - Tempomachen auf dem Rad

Der Wechsel vom Schwimmen zum Radfahren gestaltet sich unproblematisch, auch weil ich keinen Blutzucker messen muss. Dafür habe ich ja meinen Freestyle Navigator in der Oberrohrtasche an meinem Fahrrad, dessen Empfänger zwar während des Schwimmens die Verbindung zu meinem Sender am Hinterarm verloren hat, den ich aber auf den ersten Metern der Radstrecke anweise, sich wieder anzuschließen. Als diese zunächst nicht klappt (“Kein Sender gefunden.”) werde ich nervös: Beim Schwimmen hatte ich immer wieder mal ein leichtes Pieken, weil der eng anliegende Neoprenanzug den Sender etwas verschoben hatte (ich hätte beim Anziehen vorsichtiger sein sollen!), bedeutet dieses Pieken, dass der Sensor hinüber ist und ich auf eine kontinuierliche Messung verzichten muss? Glücklicherweise nein, denn beim vierten Versuch steht die Verbindung und der angezeigte Wert 156 mg/dl versichert mir, bis dahin alles richtig gemacht zu haben.

Challenge Roth 2010 - Rhythmisch zu fahrende AnstiegeBis dahin, denn jetzt beginnt eine große Unachtsamkeit, die mich für den Rest des Rennens beschäftigen wird und mich eine Aufgabe erwägen lässt. Denn mit dem guten Gefühl, einen für diese Phase des Rennens idealen Blutzucker zu haben (erwartet hatte ich einen Wert weit über 200 mg/dl), starte ich das, was mir viele “Gesunde” als unverzichtbar eingeredet haben, die kontinuierliche Kohlenhydrataufnahme von ca. 5 BE (60 g KH) pro Stunde. Nur leider achte ich nicht darauf, wieviel ich wirklich aus meiner Flasche sauge, und ehe ich mich versehe, ist diese halb leer und 13 BE eines Gemischs aus Maltodextrin und Cola treiben nach etwa 40 Radkilometern langsam, aber unaufhaltsam meinen Blutzucker nach oben. Bei 250 mg/dl korrigiere ich mit einer halben IE, ohne Erfolg, bei 306 mg/dl schieße ich eine ganze Einheit nach, der Blutzucker steig weiter, ehe ich bei über 406 mg/dl den nächsten Bolus an meiner animas 2020 abdrücke. Dabei überlege ich mir, falls diese 2 IE den Anstieg nicht stoppen können, dann ist wohl meine Katheterstelle nicht in Ordnung. Und das heißt: aufhören, dnf! Denn ich habe zwar für den Notfall stets eine kleine Spritze dabei, aber für die restlichen 7 Stunden des Wettkampfs mit halbstündigen Injektionen eine Pumpe simulieren, das muss während eines Triathlons nicht wirklich sein. Doch welch Erleichterung ist es, wenig später einen hohen 300er Wert zu sehen! Was mir sonst im Alltag mindestens für 24 Stunden schlechte Laune beschert, bereitet hier Freude, denn ich kann sicher sein, dass Pumpe und Katheter funktionieren, dass ich mit Insulin versorgt werde.
Doch die Freude währt nicht lange, der Absturz ist so enorm und schnell, dass ich bei jedem Blick auf den Navigator einen 10 bis 20 mg/dl tieferen Wert lese. Zudem zeigt der Trendpfeil des Navigators steil nach unten. Bei 290 mg/dl leere ich die zweite Hälfte der Flasche, noch einmal 13 BE und esse einen Powerbar (3 BE), aber auch das hält den Abfall nicht auf. In dieser Situation sind die gut bestückten Verpflegungsstellen, die alle 18 km auf die Radfahrer warten, meine letzte Rettung, auf den letzten drei der Radstrecke nehme ich jeweils drei Gels auf (insgesamt 18 BE) und erreiche mit einem Wert knapp über 100 die zweite Wechselzone.

Challenge Roth 2010 - Tour de France-Feeling am Gredinger BergTrotz dieser Komplikationen war das Radfahren bei optimalem Wetter (nicht zu heiß, nur leichter Gegenwind) ein großer Spaß, die rhythmisch zu fahrende Strecke motivierte ebenso zum Tempo wie die vielen Ortsdurchfahrten, die sich immer wieder als wahre Stimmungs-
nester entpuppten und die Fahrer nach vorne pushten. Unvergesslich bleibt das enge Spalier am Solarer Berg, Tour-de-France-Feeling pur! Spannend (und letztlich auch motivierend) war auch die Blutzucker-Achterbahn: Während ich bei den 400er Werten ans Aufhören dachte und mich fühlte, als hätte ich bereits 200 km absolviert (dabei waren es zu diesem Zeitpunkt erst 70 km), floss mit fallendem Blutzucker meine ganze Kraft zurück, ein unbeschreibliches Gefühl! Auch dadurch gelang es mir, meinen Schnitt der ersten Runde von 32,6 km/h auf 33 km/h in der zweiten anzuheben und in 5:21’17 die Radrunde abzuschließen, was Platz 703 bedeuten sollte.

42,195 km Laufen

Der Wechsel zum Laufen ist eigentlich nur ein Schuhwechsel, sieht man mal von meinem Gelgürtel ab, mit dem ich meine Not-BE transportiere und in dem auch mein Navigator Platz findet. Da der schon genannte 100er-Wert zu wenig Sicherheitsabstand zu einer Unterzuckerung besitzt, verlasse ich die Wechselzone nicht sofort, sondern trinke erst einmal zwei Becher Cola (5 BE). Dabei bemerke ich ein Stechen am Bauch, ziehe mein Trikot hoch und sehe das Malheur, mein Katheter hat sich gelöst und dessen Stahlnadel sucht ein neues Loch. Zum Glück eine Stahlnadel, denn zum einen hätte ich dieses bei einem Teflonkatheter gar nicht bemerkt, zum anderen kann ich die Nadel wieder einführen und festhalten, bis ein DRK-Posten diese mit Pflaster wieder fixiert. Doch schnell merke ich, dass der Katheter doch noch ein wenig klebt, genug jedenfalls, um diesen wieder loszulassen.
Was aber nicht klappt, ist ein Blutzuckeranstieg: Während des abschließenden Marathons pendelt mein Blutzucker zwischen 86 und 105 mg/dl äußerst behäbig hin und her und zwingt mich, bei den Verpflegungsstellen alle 2 km entweder eine Cola oder ein Gel zu mir zu nehmen. Nach 10 km weiß ich keinen anderen Rat, als zusätzlich zur beständigen Nahrungsaufnahme meine Pumpe abzukoppeln.
Selbstverständlich lassen die Konsequenzen dieser überdimensionierten Kohlenhydrataufnahme nicht auf sich warten, 47 BE während des Radfahrens und 15 BE bis Kilometer 10 der Laufstrecke führen zu leichten Magenkrämpfen und Blähungen, sodass ich bei Kilometer 25 den zu diesem Zeitpunkt schönsten Platz auf Erden ansteuere, ein Dixi-Klo! Welch Erleichterung! Doch es piekt wieder am Bauch, dummerweise hatte ich nicht auf meinen Katheter geachtet und ihn abermals abgerissen. Da inzwischen die letzte Klebekraft von Schweiß und Wasser vernichtet war, muss ich nun doch noch zu einem DRK-Posten. Mit einer Hand drücke ich auf den wieder eingeführten Katheter und laufe weiter, bis ich an einem Krankenwagen anhalte. Kurz schildere ich meine Lage (“Katheter lose, bitte Leukoplast und Zellstoff zum Trocknen der Haut”), ehe die Not-Helfer erst einmal diskutieren, welcher Verbandskasten denn schon angebrochen sei und welchen man folglich öffnen könne. “Das darf doch nicht wahr sein! Wie gut, dass ich nicht verblute!”, denke ich und sage den eifrigen Diskutanten, dass ich erst einmal bis zum Wechselpunkt bei Kilometer 28 laufen werde, und bitte bei meiner Rückkehr doch alles vorbereitet zu haben. Und tatsächlich stehen die Sanitäter jetzt mit dem Geforderten bereit, trocknen meine Haut und befestigen den Katheter. Beim Weglaufen werde ich gefragt, ob das eine Schmerzpumpe sei. Schmerzpumpe? Bei einem Triathlon? Sehe ich so krank aus? “Nein,” erkläre ich freundlich, “das ist der Katheter einer Insulinpumpe”, und lasse dieses äußerst kompetente, tatkräftige und ungemein fixe Dream-Team schnell hinter mir.
Auch dieses Mal haben mich die kleinen Probleme kaum beeinträchtigt. Ich finde sofort wieder meinen Schritt und laufe weiterhin einen konstanten 5:20er Schnitt bis ins Ziel. Auch bei diesem abschließenden Marathon, den ich in 3:43’25 als 511. absolviere, konnten mich die lästigen Ereignisse kaum bremsen, geschweige denn die Freude am Laufen vermiesen.

Challenge Roth 2010 - ... und schon bin ich im Ziel!

Sicher tragen auch die nicht unbedingt erwartete (aber erhoffte) gute Zeit und die Gesamtplatzierung (539. von etwa 2500 Startern) dazu bei, dass all die Unpässlichkeiten unerheblich wurden, dennoch sind diese vermeidbar und beinhalten eine Zeitreserve – ohne intensiveres Training – für den nächsten Triathlon von bestimmt 10 bis 15 Minuten, wenn ich folgende fünf Punkte beachte:

  1. Nach dem Schwimmen nicht gleich Nahrung zuführen, sondern erst einmal abwarten, wie sich der Blutzucker entwickelt.
    Ich vermute nämlich, dass die 7 BE vor dem Schwimmen den Blutzucker sich ebenfalls noch auswirkten und den Blutzucker ansteigen ließen.
  2. Nicht unkontrolliert an der Flasche ziehen, sondern nur soviel aufnehmen, wie geplant (4-5 BE/Stunde). Zur besseren Kontolle die Flasche markieren (z. B. alle 4 BE ein Strich).
  3. Bei steigendem Blutzucker und bei einer dennoch erfolgenden Kohlenhydrataufnahme rechtzeitig, aber vorsichtig Insulin abgeben, sodass Werte um 400 mg/dl, die eine schärfere Reaktion erfordern, erst gar nicht erreicht werden.
  4. Den Katheter zusätzlich mit Fixomull Stretch fixieren, der damit fixierte Sender des Freestyle Navigators hielt während des gesamten Wettkampfs bombenfest am Arm.
  5. In den Wechselzonen einen Katheter bereit halten, schlimmstenfalls kann dieser nach dem Schwimmen oder Radfahren neu gesetzt werden.

Ungeachtet dessen hat mir die kontinuierliche Glukose-Messung den Wettkampf gerettet. Ohne diese hätte ich den Anstieg zum 400er-Wert erst viel später bemerkt, vor allem aber konnte ich auf den gefährlichen Abfall nach meiner Überkorrektur (wieviel 3,5 IE beim Sport ausmachen können!) frühzeitig reagieren, diesen stets im Auge behalten und eine oder mehrere Hypos vermeiden!

Diabetesanpassung (grafische Darstellung)

Blutzuckerverlauf und Therapieanpassung bei der Challenge Roth 2010

Durch einen Klick auf die Grafik kann diese vergrößert werden.

Danke

Ein großes Dankeschön gehört der IDAA », der Internationalen Vereinigung von Sportlern mit Diabetes, denn diese ist nicht nur ein Wissens- und Erfahrungsfundus, sondern der Verein hat mir und sieben anderen Startern den Start bei der Challenge Roth ermöglicht.

Berichte der anderen Starter finden sich hier:
www.idaa.de/veranstaltungen/180710-challenge-roth-2010.html



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6 Reaktionen zu “Challenge Roth 2010: Und wo war der Mann mit dem Hammer? (Bericht)”

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    Kommentar(e)
  1. Vonni

    Hi Andreas,
    Jesus! Das ist ja echt beeindruckend!

    Nachdem ich ein absoluter Fahrrad-Muffel bin, wären schon allein 180 km Biken für mich ein absolutes KO-Kriterium -- ganz abgesehen von den anderen Aktivitäten. Ich bin schon froh, wenn ich meinen 10er im März vernünftig über die Bühne bringe. ;)

    Ich verneige mein Haupt vor Dir und wünsch Dir für 2011 von Herzen alles Gute und weiterhin viel Erfolg!

    Liebe Grüße
    Vonni

  2. Andreas

    Hallo Vonni,
    schön dass Du hierher gefunden hast!

    Nachdem ich ein absoluter Fahrrad-Muffel bin, wären schon allein 180 km Biken für mich ein absolutes KO-Kriterium

    Noch vor drei Jahren, vor meiner ersten Mitteldistanz konnte ich mir nicht vorstellen, auch nur 90 km im Sattel zu sitzen. Und im März auf Malle musste mir ein Freund stundenlang zureden, damit ich mich traute, in einer Gruppe eine über 200 km lange Strecke in Angriff zu nehmen. Aber wenn man es erst einmal getan hat, werden rückblickend alle Bedenken lächerlich: Der Mensch kann viel mehr, als er sich es vorher zutraut! Eigentlich weiß man das, hat das immer wieder erlebt, und nicht nur im Bereich des Sports. Denn das ist doch die typische Prüfungserfahrung, vorher heißt’s “D-d-das schaffe ich nie!”, nachher lacht man drüber.

    Dir viel, viel Glück für den 10er … und danach wirst Du Deine Ziele vielleicht ja auch weiter setzen.

    Liebe Grüße, ein gutes neues, gesundes Jahr,
    Andreas

  3. Martin

    Hallo Andreas
    Ich bereite mich im Moment auf den Triathlon in Roth vor -- mein erster Langdistanz.
    Als Pumpenträger habe ich folgende Frage an Dich: Ich habe gelesen, dass man das Gepäck für die Wechselzone Schwimmen/Radfahren über eine Stunde vor dem Schwimmstart (je nach dem, in welchem Block man startet, aber ich gehöre definitiv nicht zur Elite) abgeben muss. Somit ist man wohl anderthalb Stunden ohne Pumpe und Blutzuckermessgerät unterwegs -- und kann dann ins Wasser. Ist das korrekt? Wie hast Du das gelöst? Ich wüsste doch gerne vor dem Start, wo mein Blutzucker sich in etwa befindet?
    Ein lieber Gruess aus der Schweiz
    Martin

  4. Andreas

    Hallo Martin!
    Schön, dass Du vorhast, die Challenge Roth in Angriff zu nehmen.
    Ich selbst habe meine Pumpe dran gelassen, weil ich das unkalkulierbare Risiko fürchtete, mit einem großen Basalloch auf dem Rad mit Zuckerschwankungen zu kämpfen (dass ich es auch nicht durchs Tragen der Pumpe verhindern konnte, kann man oben lesen).
    Aber wie auch immer Du es angehst, Deine Sorgen sind unbegründet. Zwar kannst Du einen Beutel vor dem Radfahren abgeben, musst Du aber nicht. Den Beutel erhältst Du vor dem Umkleidezelt nach dem Schwimmen. Wenn Du Dich aber am Rad umziehst, brauchst Du den auch nicht abgeben.
    Aber selbst wenn, ist das kein Problem: An Dein Fahrrad kommst Du immer. Ich habe etwa 15 Minuten vor dem Schwimmstart mein Fahrrad verlassen. Ein Notmessgerät war in der Oberrohrtasche des Fahrrads, damit kannst Du kurzfristig messen. Außerdem steht neben dem Fahrrad eine Kiste, in der können auch Dinge sein (darin habe ich meinen Neoprenanzug entsorgt).
    Ich hoffe, Deine Befürchtungen zerstreut zu haben, und wünsche einen tollen Wettkampf!
    Gute Vorbereitung, berichte mal, wie es gelaufen ist,
    Andreas

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