Ich mach den Bubka: Bestzeit auf Bestzeit – aber nur um Sekunden (Laufbericht Hamburg Marathon 2012)

11. Mai 2012

Serhij Bubka war in den 80er Jahren ein Phänomen. Wettkampf für Wettkampf stellte er einen neuen Weltrekord im Stabhochsprung auf, insgesamt 35 mal! Und das war eine äußerst geschickte Strategie, denn da er nicht sofort das sprang, was er eigentlich leisten konnte, sondern den Weltrekord nur ganz allmählich, Schritt für Schritt um Zentimeter steigerte, dadurch konnte er stets auf’s Neue die jeweils ausgelobte Weltrekord-Prämie des jeweiligen Leichtathletik-Meetings einstreichen – ein lukratives Geschäftsmodell, das ihm ein Vermögen einbrachte!

Und genau das mache ich derzeit auch, Wettkampf für Wettkampf steigere ich meine Marathon-Bestzeit: Nach 3:13:05 Stunden in Münster » und 3:11:09 Stunden beim Köln Marathon » (Oktober 2011) lief es wieder ein wenig schneller, sodass der neue Rekord jetzt, nach dem Marathon in Hamburg am 29. April 2012, bei 3:10:35 Stunden steht. Doch drei Dinge unterscheiden mich von Serhij Bubka, dem immer noch amtierenden Stabhochsprung-Weltrekordler:

  1. Das ist kein Weltrekord, sondern (nur) ambitioniertes Mittelmaß.
  2. Dafür gibt’s (leider) kein Geld.
  3. Die Bestzeit war (so) nicht gewollt.

Denn eigentlich sollte der Hamburg Marathon neben dem Rennsteiglauf Supermarathon (13.05.), dem Haderslev Mitteldistanztriathlon (27.05.) und dem Olypmischen Vierlanden-Triathlon (03.06.) nur ein Trainingslauf für meinen ersten Saisonhöhepunkt sein, den Ironman in Regensburg am 17. Juni 2012. Entsprechend unentschieden hatte ich mein Training vor dem Marathon reduziert und nicht wirklich getapert.

Dass es dennoch so gut lief, stimmt mich zuversichtlich, denn eigentlich hatte ich mein Wintertraining viel schlechter eingeschätzt, aufgrund des ausgefallenen Frühlings fehlten mir doch einige lange Grundlageneinheiten. Nun ja, übermorgen werden die knapp 73 km des Rennsteigs zeigen, wie es wirklich mit den Grundlagen bestellt ist.

Auch meine Therapieanpassung hat nicht ganz so funktioniert, wie ich mir das gewünscht hätte und wie es bei den letzten Marathons in Münster » und Köln » war:

  • 6:30 Uhr: Frühstück – 3 BE mit 2 IE Bolus (statt 4,5 IE)
  • 8:00 Uhr: Basalratenreduktion auf 10%
    Diese deutliche Absenkung des Insulinspiegels soll einen guten Fettstoffwechsel ermöglichen und den noch wirkenden Bolus eliminieren.
  • 8:45 Uhr: 156 mg/dl BZ – 4 BE
    (Ich hatte Angst, dass der Frühstücksbolus doch noch wirkt …)
  • 9:00 Uhr: Start
  • 9:30 Uhr: Basalratenreduktion auf 50%
  • 10:00 Uhr: Blutzuckeranstieg auf ~ 280 mg/dl, der im Folgenden gleichmäßig bis zum Zieleinlauf absinkt.
    Der Blutzucker über der Nierenschwelle bewirkt ein ständiges Durstgefühl, dem ich mit konsequentem Trinken an jeder Versorgungsstation begegne; während des gesamten Laufs nehme ich – ungewollt – außer Wasser NICHTS zu mir, da ich einerseits einen Bolus unbedingt vermeiden wollte, andererseits meinen Blutzucker nicht weiter nach oben treiben wollte.
  • 12:10 Uhr: Zieleinlauf mit einem Blutzucker von 136 mg/dl

Insgesamt ist das keine schlechte Einstellung, dennoch nicht optimal: Der etwas erhöhte Blutzucker bewirkt eine Dehydrierung und verhindert eine Nahrungsaufnahme während des Rennens. – Hoffentlich sind hierin meine Krämpfe begründet … und nicht im mangelnden Training, meiner großen Befürchtung.

Besser wäre es gewesen, meiner deutlichen Basalraten-Absenkung vor dem Start zu vertrauen und um 8:45 Uhr nur 2 BE zu mir zu nehmen und/oder mit einem ultravorsichtigen Mini-Bolus von 0,2 IE zu korrigieren, um doch das ein oder andere Gel zu mir nehmen zu können.


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