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Neuer Laufstil notwendig

19. Oktober 2007

Nachdem ich seit einer Woche unter Schmerzen leide (rechter Fuß, äußerer Mittelfußbereich) war ich vorgestern beim Orthopädie- Techniker und dreißigfachen (!) Berlin-Marathon-Finisher Bernd Rödel (Berliner Str. 53, 14169 Berlin).

Nach einer eingehenden Untersuchung meines Bewegungsapparats und einer Laufstilanalyse (insgesamt habe ich eineinhalb Stunden bei ihm verbracht) hat er mir die Ursache meiner Schmerzen erklärt:
Eine angeborene Fußfehlstellung in Kombination mit einer guten, aber nicht optimalen Lauftechnik erzeugt den Überlastungsschmerz. – Genauer: Die Außenseite meines Fußes ist nach unten gesenkt und fängt, da ich mit dem Mittelfuß aufsetze, das gesamte Gewicht ab. Hinzu kommen ein sehr hoher Laufstil (ich springe quasi) und eine falsche Führung des linken Fußes, den ich etwas nach außen ausstelle, was beides die Belastung auf die Problemstelle zusätzlich erhöht.

Ich werde – neben den notwendigen Einlagen (Vertiefung für die Außenseite) – mir also einen neuen Laufstil angewöhnen:

  1. deutliches Aufsetzen mit der Ferse – das Anheben des Vorderfußes in der Bewegung nach vorne ist leicht zu kontrollieren
  2. dichteres Führen der Füße über den Boden
  3. Vermeiden des Ausstellens des Fußes – was durch das Anheben des Vorderfußes (fast) automatisch geschieht und dadurch auch mitkontrolliert werden kann
  4. eine etwas breitere Laufspur (ein hüftbreites Aufsetzen der Füße erhöht die Stabilität und vermindert die Belastung auf den Außenseiten der Füße)

Seitdem versuche ich, jeden Schritt zu kontrollieren, und habe beim gestrigen Training die neue Lauftechnik geübt … und – WAHNSINN! – meine Fußschmerzen sind weg!!!

Übrigens sah sich ein Orthopäde am Hermannplatz nicht in der Lage, auf Anhieb eine Diagnose zu stellen: Nach dem obligatorischen Röntgen wurde ich noch zur MRT und Pediometrie geschickt, um dann am kommenden Dienstag vermutlich zu erfahren, dass es eine Überlastung sei und ich vier Wochen Laufpause machen solle. Über die Diagnose werde ich berichten, allerdings sagt mir meine Ahnung, dass diese immens teure und zeitaufwändige Untersuchung vollkommen überflüssig gewesen ist …

Hätte ich doch statt des promovierten Orthopädie-Arztes gleich den Fachmann aufgesucht, der bereits Uta Pippigs orthopädische Lauf-Probleme gelöst hat!

Training am 18.10.2007

18. Oktober 2007
  • Distanz: 6.20 km
  • Zeit: 29:54 (4:49 min/km)
  • Art des Trainings: Normal
  • Laufleistung 43. Woche: 27.29 km

 
DIABETES-ANPASSUNG

Vor dem Lauf (12:35):

  • BZ: 159
  • BE: 2
  • BR: -

Während dem Lauf:

Nach dem Lauf:

  • BZ: 125
  • BE: 6
  • IE: 6
  • BR: -

Erläuterung:

Ein kurzer Lauf ohne Probleme, die vor dem Lauf gegessenen 2 BE (Haferflocken) haben das halbstündige Training bei mittlerer Belastungsintensität gut abgefedert.

Training am 15.10.2007

15. Oktober 2007
  • Distanz: 21.59 km
  • Zeit: 1:50:33 (5:07 min/km)
  • Laufleistung 42. Woche: 21.7 km.

 

DIABETES-ANPASSUNG

Vor dem Lauf (8:15):

  • BZ: 56
  • BE: 5
  • BR: 70%

Während dem Lauf (10:15, 12 km):

  • BZ: 220

Nach dem Lauf (11:15):

  • BZ: 169
  • BE: 2
  • IE: 3
  • BR: 90% (für 6 Stunden)

Erläuterung:
Bei dem schönen Herbstwetter musste es einfach ein langer Lauf sein (auch wenn er gegen mein Regenerations-Vorhaben verstößt) …
Und im Vergleich zu den beiden vergangenen Läufen am Nachmittag sieht man den deutlichen Therapieunterschied: Mit einer Basalratenreduktion auf 70% und einer Kohlenhydrataufnahme von 5 BE kann ich 21 km laufen, ohne unterwegs Kohlenhydrate nachzutanken, und komme mit einem idealen Blutzuckerpuffer von 169 nach Hause. Der kleine Schönheitsfehler, dass der Blutzucker postbrandial auf 220 steigt, nehme ich in Kauf bzw. kann ich nicht immer vermeiden. Dieser Wert wäre mit einer geringeren Nahrungsaufnahme vor dem Laufen zu deckeln, was allerdings ein Zufuhr von 2 BE während dem Laufen erzwungen hätte.
Aber ich möchte noch einmal auf den extremen Unterschied zwischen der Diabetes-Einstellung morgens gegenüber nachmittags hinweisen: Morgens reichen für 21 km 5 BE (also 1 BE reicht für 4 km Laufen), während ich nachmittags mit 4 BE gerade einmal 8 km weit komme (1BE für 2km). Dieser Unterschied resultiert nicht nur aus der Reduktion der Basalrate um 30%, sondern vor allem aus der bei mir (!) sehr unterschiedlichen Insulinempfindlichkeit im Verlauf des Tages.
Auch deswegen starte ich meine langen Läufe am liebsten morgens, denn dann bin ich nicht nur deutlich weniger unterzuckerungsgefährdet, sondern muss auch weniger BEs während des Laufens mitführen.

Training am 14.10.2007

14. Oktober 2007
  • Distanz: 8.28 km.
  • Zeit: 50:07 (6:03 min/km.)
  • Art des Trainings: Regeneration
  • Laufleistung 41. Woche: 14.46 km.

DIABETES-ANPASSUNG

Vor dem Lauf (14:00):

  • BZ: 156 – um 14:50: 216
  • BE: -
  • BR: 50%

Während dem Lauf:

  • BZ: 67
  • BE: 4

Nach dem Lauf (16:30):

  • BZ: -
  • BE: 6
  • IE: 8
  • BR: 100%

Erläuterung:
Obwohl die Laufzeit unter einer Stunde lag, habe ich meine Basalrate auf 50% reduziert, weil ich aufgrund eines üppigen Frühstücks mit entsprechendem Bolus (8 IE) noch eine deutliche Insulin-Nachwirkung vermutete. Die Auswirkung der BR-Reduktion ist auch gut nachvollziehbar: Der Blutzucker stieg innerhalb einer Stunde von 156 auf 216.
Dennoch hat dieser erhöhte Blutzucker-Ausgangswert nicht gereicht, um ohne zusätzliche Nahrungsaufnahme 8 km zu laufen, denn nach 7 km musste ich aufgrund von leichten Unterzuckerungsgefühlen (Unlust weiter zu laufen/mangelnde Leistungsbereitschaft, gemessener BZ: 67) den Lauf unterbrechen, um zwei Energie-Gels zu mir zu nehmen (4 BE). Sicherlich hätte in dieser Situation auch ein Gel gereicht, aber ich wollte auf Nummer sicher gehen und keinen Blutzucker-Abfall nach dem Lauf riskieren.
Beim wohlverdienten Kuchenessen nach dem Lauf (6 BE) habe ich allerdings eine Einheit Insulin zusätzlich abgegeben, um die – richtige! – Übervorsichtigkeit auszugleichen.
Konsequenz für zukünftige Läufe:
Gerade bei Läufen, bei denen ich noch eine Restwirkung des Insulins vermute (auch wenn, wie heute, der Frühstücksbolus mehr als 4 Stunden her ist), sollte ich bereits nach 4 oder 5 km den Blutzucker messen und gegebenenfalls etwas essen, um einen Blutzuckerabfall vorzubeugen.
Angesichts der Restwirkung des Insulins hätte die Basalratenreduktion deutlich größer ausfallen können (BR: 30%).
Eine zusätzliche BE vor dem Loslaufen könnte zwar auch das Problem lösen, hätte aber, da der Blutzucker sowieso schon erhöht war, diesen noch weiter erhöht.

Anmeldung Rennsteiglauf ’08

14. Oktober 2007

Soeben habe ich mich zum Supermarathon beim Rennsteiglauf angemeldet: Für die 72 km von Eisenach nach Schmiedefeld gibt es also eine Ausrede weniger, zumal ich auch eine Übernachtung in Oberhof gebucht habe.
Als “Vorbereitung” sind folgende weitere Wettkämpfe geplant:

  • Berliner Halbmarathon am 06.04.08
  • Hamburg Marathon am 27.04.08

Bin gespannt, wie das alles wird …

 
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