Archiv des Tags ‘Ausrüstung’

Neues Ziel: Langdistanz-Triathon in Roth

Sonntag, den 22. November 2009

Triathlon Challenge RothNachdem die vergangene Saison vom Ultra-Laufen bestimmt wurde, gilt ab sofort ein neues Ziel, das sowohl vom logistischen Drumherum als auch im Training eine enorme Herausforderung ist: Der Langdistanz-Triathlon Challenge Roth am 17. Juli 2010!

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Nachruf: Das Ende der (Sport-)Insulinpumpe Cozmo

Freitag, den 27. März 2009

TodesanzeigeVöllig überraschend kündigte am Mittwoch, den 25.03.09, die Firma Smith Medical an, die Produktion und den Vertrieb der Cozmo-Insulinpumpe einzustellen.

Smiths Medical announced its intent to stop manufacturing and selling the Deltec Cozmo® insulin pump, effective March 25, 2009, and manage a well-controlled exit from the Diabetes business over time.

We have set up a web site for pump users and healthcare professionals affected by this announcement. Smiths Medical is providing this information and will post updates when needed, as part of its commitment to providing the best possible customer support during this transition.

Quelle: www.cozmore.com, 25.03.2009

Wie überraschend diese Ankündigung für alle Beteiligten gewesen sein muss, belegt die deutsche Website, die am Tag der Verlautbarung noch weiter für den Kauf warb und erst mit Verzögerung folgenden Text online stellte: [Artikel weiter lesen ...]

FAQ – Frequently Asked Questions

Montag, den 5. Januar 2009

Hier werde ich – nach und nach – Fragen beantworten, die mir zum Thema “Laufen mit Diabetes” gestellt werden.

1. Wie transportiert man das ganze Equipment: Blutzucker-Messgerät, Sport-BEs usw.

So lästig der ganze Kram auch ist: Ich laufe NIE ohne ein Blutzucker-Messgerät und Sport-BEs. Dabei nehme ich stets ein Drittel mehr Sport-BEs mit, als ich im schlechtesten Fall zu benötige (Beispiel: Benötige ich für eine Stunde Sport 5 Sport-BE, dann habe ich 8 BE dabei).

Laufgürtel Perfekta, 4 FlaschenZum Transportieren habe ich einen Laufgürtel der Firma Perfekta (Schweden): Modell A mit vier Flaschen. Dieser Gürtel sitzt bei mir perfekt: kein Wackeln und kein Drücken, aber da muss jeder seinen eigenen Topgürtel finden.
Dazu habe ich mir auf einer Marathonmesse vier kleine Taschen der Firma Redson gekauft und auf den Gütel geschoben (jeweils zwei in die beiden Lücken zwischen die Flaschen vorne und hinten).
Kleine Tasche von RedsonEine Tasche nutze ich entweder für mein Blutzucker-Messgerät Freestyle Lite oder den Freestyle Navigator, ein Döschen Teststreifen, eine kleine Stechhilfe und bei mehrstündigen Läufen eine kleine Spritze (falls meine Pumpe versagt, kann ich mir damit Insulin spritzen). Die anderen Taschen fülle ich mit Gels. Da in jede Tasche maximal vier Gels hinein gequetscht werden können, kann ich so 12 Gels bzw. 24 BE transportieren.

Sollte diese Menge an Sport-BE nicht reichen, fülle ich die Flaschen mit Säften oder Cola (weitere 6 BE) oder mische mir ein Maltodextrin-Gel, das so hoch konzentriert ist, dass ich es an Verpflegungsstellen mit Wasser verdünne. Da ich mit dem selbstgemischten Maltodextrin-Gel pro Flasche 8 BE transportieren kann, erlaubt mir diese Lösung einen Transport von maximal 56 BE.

24 BE in Gels (3 Taschen à 4 Gels)
32 BE in Maltodextrin (4 Flaschen à 8 BEs)
—————————————–
56 BE insgesamt

Dies ist deutlich mehr, als ich selbst bei einem Ultralauf benötige.
 
 
2. Warum kein Traubenzucker?

Ich nehme als Hypohelfer keinen Traubenzucker, sondern vertraue auf die schnell wirkenden Power Bar-Gels, weil ich beim Sport aufgrund meines meist trockenen Munds den Traubenzucker kaum schlucken kann. Neben zwei bis drei Power Bar-Gels habe ich stets als normalen “Zwischensnack” Hammergels dabei, weil diese nicht so süß und eklig schmecken (Tipp: Geschmack Espresso ausprobieren!). Allerdings gehen diese deutlich langsamer ins Blut und taugen meines Erachtens nicht als Hypohelfer.
 
 
3. Wie wird das hochkonztrierte Maltodextrin-Gel hergestellt?

Ich nehme für die vier Flaschen einen halben Liter Flüssigkeit (Cola, Säfte, Kaffee, Wassser – je nach persönlichem Geschmack) und mische mit einem Pürierstab maximal 400 Gramm des (fast) geschmacksneutralen Maltodextrin unter (weniger geht immer: 12 gr Maltodextrin sind 1 BE). Anschließend fülle ich es in die Flaschen, fertig.

Es gibt keine billigere Lösung: 3,5 kg (also fast 292 BE) Lamperts Maltodextrin 19 kosten ca. 24 Euro (Apotheke). Zudem ist Maltodextrin leicht verdaulich. Ein Versuch ist Maltodextrin allemal wert!
 

Neue Grundsatzartikel zum Thema Diabetes und Sport

Donnerstag, den 4. Dezember 2008

In den letzten Wochen habe ich zwei längere Artikel geschrieben und inzwischen online gestellt, die für Sportler mit Diabetes sicherlich interessant sind:

Kontinuierliche Glukosemessung (CGMS) beim Sport mit dem Freestyle Navigator von Abbott

Mittwoch, den 3. Dezember 2008

Seit vielen Trainingseinheiten und Wettkämpfen (Marathon, Triathlon) bin ich ein begeisterter Benutzer des Freestyle Navigators der Firma Abbott und habe die großen Vorteile der CGM-Systeme (CGMS) schätzen gelernt. Dennoch gibt es einige Punkte, die im Zusammenhang mit Sport beachtet werden sollten, Punkte, die so nicht in den Bedienungsanleitungen zu finden sind.
Auch wenn die Hinweise sich aufgrund meiner Erfahrungen auf den Abbott Freestyle Navigator beziehen, lassen sich diese zumindest zu einem großen Teil auf vergleichbare Systeme übertragen.

1. Befestigung des Senders

Leider ist das Sensorträgerpflaster derzeit einer der wenigen Schwachpunkte des Abbott Freestyle Navigators, denn es löst sich (nicht nur bei einem sportlichen Lebensstil!) oft deutlich vor Ende der fünftägigen Liegedauer. Daher sollte der Sensor samt Sender unbedingt zusätzlich fixiert werden.

Bewährt hat sich eine zusätzliche Sicherung mit dem äußerst hautfreundlichen Fixomull stretch:
Von der 5 cm breiten Rolle schneide ich einen 11 cm und einen 14 cm langen Streifen ab. Den kürzeren Streifen klebe ich – nachdem der neue Sensor vom System erkannt worden ist – zunächst quer über den Sender, ehe ich den längeren längs, also von oben nach  unten anbringe.

So sind Sensor und Sender bei heftigen Bewegungen und starker Schweißbildung sicher fixiert. Selbst einen Mitteldistanz-Triathlon über 2,2 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 20 km Laufen bei strömenden Regen überstand diese Klebetechnik problemlos, sodass ich den Sensor wie vorgesehen fünf Tage am Stück tragen konnte.

2. Anlegen eines Sportprofils

Meine Alarme programmiere ich vor dem Sport um. Statt der üblichen Grenzen von 80 mg/dl für den Alarm „Niedrige Glukose“ und 180 mg/dl für den Alarm „hohe Glukose“, setze ich die Werte
•    120 mg/dl für „Niedrige Glukose“ und
•    250 mg/dl für „Hohe Glukose“.
•    Den Voralarm „Erwartete hohe Glukose“ deaktiviere ich.

Diese Einstellungen bieten folgende Vorteile:
Da der Blutzuckerabfall beim Sport oft sehr schnell erfolgt und umgekehrt die Verdauung deutlich träger reagiert, ist eine möglichst frühzeitige Warnung vor Hypoglykämien notwendig. Mit einem Wert von 120 mg/dl für den Alarm „Niedrige Glukose“ bleibt selbst mit Erreichen des Grenzwerts noch genügend Zeit, mittels schnell wirkender Kohlenhydrate trotz trägem Magen gegenzusteuern, ohne den Sport zu  unterbrechen.
Umgekehrt lassen sich hohe Werte je nach Betätigung kaum vermeiden, sind – in gewissen Grenzen – als Sicherheitspuffer vor einer Unterzuckerung sogar erwünscht. Da ich vor jeder sportlichen Betätigung einen Ausgangsblutzucker von 150 bis 200 mg/dl anstrebe, sind die 250 mg/dl ein vernünftiger Kompromiss für die obere Alarmschwelle.
Dass ich auf den Voralarm „Hohe Glukose“ verzichte, ist ein Erfahrungswert. Gerade beim Sport schwanken die Blutzucker immer wieder, denn die schnell wirkenden Sport-BEs (Energie-Gels, Cola o. ä.) führen zu einem deutlichen Blutzuckeranstieg. Auf die nervtötenden Warnungen des Geräts, dass bei fortgesetztem Anstieg in 30 Minuten eine Hyperglykämie drohe, kann ich getrost verzichten, denn genau diese Erhöhung des Blutzuckers habe ich ja absichtlich mit meinen Sport-BEs ausgelöst!

3. Sport mit Alarm, Trendpfeilen und detaillierter Dokumentation: Genial einfach – einfach genial!

Nach diesen „Vorarbeiten“ steht dem Sportgenuss eigentlich nichts mehr im Wege, denn CGM-Systeme (CGMS) erleichtern Sport mit Diabetes ungemein. Endlich kann ich so Sport treiben, wie ich will, ohne fortwährend in meinen Körper hineinhorchen zu müssen, wie er sich gerade fühlt, insbesondere ob eventuell der diabetische Super-GAU, eine Hypoglykämie, droht. Denn das übernimmt für mich der Freestyle Navigator: Er warnt mich, lange bevor ein Leistungsabfall eine drohende Hypoglykämie ankündigt. Und das ohne zeitraubende Boxenstopps zum Blutzuckermessen. Mit anderen Worten: Zumindest mein Diabetes bremst mich nicht mehr!

Aber auch abgesehen von den Alarmen bin ich über meinen Blutzuckerverlauf stets im Bilde. Ein waagerechter Pfeil signalisiert, dass sich der Blutzucker derzeit kaum verändert, einen mäßigen Anstieg bzw. Abfall zeigen Pfeile im 45°-Winkel auf- oder abwärts, während senkrechte Pfeile auf sehr rasche Veränderungen hinweisen. Durch diese Trendpfeile weiß ich stets, wie sich mein Blutzucker in der nächsten Zeit entwickeln wird und kann über Therapieanpassungen frühzeitig und deutlich differenzierter und vor allem angemessener entscheiden, als mit einer herkömmlichen, punktuellen Messung.
Ein Beispiel: Zwanzig Minuten vor Ende des Trainings messe ich einen scheinbar perfekten Wert von 132 mg/dl, einen Wert, der es zu ermöglichen scheint, sich zum Abschluss noch einmal richtig zu verausgaben. Doch erst der mit der Messung verbundene Trendpfeil zeigt, wie gefährlich diese Deutung daneben liegt: Der Blutzucker fällt zum Zeitpunkt der Messung stark und ohne eine sofortige Zufuhr von schnell wirkenden Kohlenhydraten würde der Endspurt aufgrund einer Unterzuckerung seinem Namen mehr als gerecht, er wäre nämlich sehr schnell zu Ende. Hätte der Trendpfeil hingegen einen stabilen Verlauf oder sogar eine leicht steigende Tendenz signalisiert, wäre eine zusätzliche Nahrungsaufnahme nicht notwendig gewesen.

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil ist die Abbildung des aus den minütlichen Messungen ermittelnden Blutzuckerverlaufs in einem Kurvendiagramm, das ich sowohl auf dem Display des Empfängers ansehen als auch am PC auswerten kann. Damit fällt eine Überprüfung der erfolgten Therapieanpassungen leicht und die Einstellung meines Diabetes kann von Training zu Training und von Wettkampf zu Wettkampf besser gelingen …




Blutzucker-Kurve des Freestyle Navigators beim Berlin Marathon 2008

Freestyle Navigator (CGMS): Blutzucker-Kurve beim Berlin Marathon 2008




Nachtrag 05.01.2009

Ein kleiner Wehmutstropfen bleibt allerdings: Nicht nur das Pflaster, auch die Hardware des Abbott Freestyle Navigator scheint einem intensiven Lebensstil nicht immer gewachsen, denn ich habe bereits drei Mal den Navigator tauschen müssen.

  • Beim ersten Mal meldete er bei jedem Sensor irrtümlich “Sensor defekt”,
  • beim zweiten Mal erkannte er neue Sensoren nicht mehr, meldete aber, wenn kein Sensor anlag, “Sensor gefunden”, und
  • beim dritten Mal ist – aus mir nicht erklärlichen Gründen – das Display zersprungen.

Zwar wurden mir jedesmal das System ersetzt, beim zerbrochenen Display aber sehr genau überprüft, ob mir das Gerät herunter gefallen sei und ob das noch unter die Gewährleistung falle.

Dieses Prüfen einer Gewährleistungspflicht und Ersetzen aus Kulanz widerspricht Aussagen des Abbott-Kundendiensts und des Außendiensts, die noch im Zeitraum Juni-Juli 2008, also unmittelbar vor meinem Kauf, damit warben, dass bei Schäden egal welcher Art während und auch nach der Garantiezeit der Navigator selbstverständlich ausgetauscht würde. Denn genauso wie bei den anderen Blutzuckermessgeräten werde mit den Sensoren verdient.

Jetzt heißt es bei der Hotline, dass falls ein Ball den Navigator treffe und beschädige oder der Navigator durch Stürze beschädigt würde, dieser nicht ersetzt werde, da es nicht unter die Gewährleistung falle.

Sollte diese Aussage wirklich die Praxis sein bzw. werden und die Anfälligkeit des Systems sich weiterhin bestätigen, dann kann – wenn man nicht bereit ist, in regelmäßigen Abständen ca. 1000 Euro für das System hinzublättern – von einer Verwendung der derzeitigen Version des Freestyle Navigators zumindest bei Sportarten mit Gerätebruchrisiko nur abgeraten werden!

Ich werde diesen enttäuschend widersprüchlichen Aussagen weiter verfolgen und über eventuelle Reaktionen informieren.


Nachtrag 12.05.2009

Leider war mein Navigator Empfänger schon wieder kaputt. :-(
Und wieder kann ich mir nicht erklären, warum. Ich war den Vormittag in der Schule, habe Musik unterrichtet und weder hat mir ein Schüler ein Bein gestellt noch bin ich gegen den Flügel gelaufen.

Aber Glück im Unglück: Der Navigator wurde anstandslos gegen die neue Version 1.5 ausgetauscht.

Das bedeutet:

  • Nur noch eine Stunde Blindheit nach einem neuen Sensor,
  • Freestyle Navigator 1.5 mit Schutzhülle

  • bei jedem Anschalten aktiviert sich die Hintergrundbeleuchtung, was die Lesbarkeit enorm erhöht und in der Nacht die Bedienung deutlich vereinfacht,
  • bessere Vorwarnung vor niedrigem Blutzucker (auch langsam fallende Blutzuckerverläufe werden erkannt) und
  • eine neue Plastikschutzhülle, die aus einem dicken, stoßmindernden Material besteht.

Diese neue Version ist also letztlich lediglich ein Firmware-Update und leider kein neues Gerät. Denn das Gehäuse ist – und das gesteht Abbott indirekt mit der neuen Plastikschutzhülle ein – nicht oder nur bedingt alltagstauglich. Es bleibt ein Rätsel, warum den überragenden Features dieses CGMS-Systems keine hochwertigere Gehäuse beschert worden ist.


Nachtrag 18.04.2010

Wie schon in dem Beitrag Sensorplatte des Freestyle Navigators mit neuem Klebstoff? » beschrieben, wurde die Sensorplatte zwischenzeitlich mit einem neuen, viel besser klebenden Pflaster versehen, sodass die oben beschriebene “Super-Fixierung” meist nicht mehr nötig ist: Das Pflaster hält bei mir ohne zusätzliches Fixomull stretch jetzt die offiziellen 5 Tage Liegedauer locker durch, auch bei täglichem Schweiß treibenden Training inklusive Schwimmen.

Lediglich bei Wettkämpfen fixiere ich noch mit dem oben beschriebenen Verfahren, da ich hier auch verhindern möchte, dass sich der Sender von der Trägerplatte löst, was bei Schlägen auf den Arm leicht passieren kann.


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