Hier werde ich – nach und nach – Fragen beantworten, die mir zum Thema “Laufen mit Diabetes” gestellt werden.
1. Wie transportiert man das ganze Equipment: Blutzucker-Messgerät, Sport-BEs usw.
So lästig der ganze Kram auch ist: Ich laufe NIE ohne ein Blutzucker-Messgerät und Sport-BEs. Dabei nehme ich stets ein Drittel mehr Sport-BEs mit, als ich im schlechtesten Fall zu benötige (Beispiel: Benötige ich für eine Stunde Sport 5 Sport-BE, dann habe ich 8 BE dabei).
Zum Transportieren habe ich einen Laufgürtel der Firma Perfekta (Schweden): Modell A mit vier Flaschen. Dieser Gürtel sitzt bei mir perfekt: kein Wackeln und kein Drücken, aber da muss jeder seinen eigenen Topgürtel finden.
Dazu habe ich mir auf einer Marathonmesse vier kleine Taschen der Firma Redson gekauft und auf den Gütel geschoben (jeweils zwei in die beiden Lücken zwischen die Flaschen vorne und hinten).
Eine Tasche nutze ich entweder für mein Blutzucker-Messgerät Freestyle Lite oder den Freestyle Navigator, ein Döschen Teststreifen, eine kleine Stechhilfe und bei mehrstündigen Läufen eine kleine Spritze (falls meine Pumpe versagt, kann ich mir damit Insulin spritzen). Die anderen Taschen fülle ich mit Gels. Da in jede Tasche maximal vier Gels hinein gequetscht werden können, kann ich so 12 Gels bzw. 24 BE transportieren.
Sollte diese Menge an Sport-BE nicht reichen, fülle ich die Flaschen mit Säften oder Cola (weitere 6 BE) oder mische mir ein Maltodextrin-Gel, das so hoch konzentriert ist, dass ich es an Verpflegungsstellen mit Wasser verdünne. Da ich mit dem selbstgemischten Maltodextrin-Gel pro Flasche 8 BE transportieren kann, erlaubt mir diese Lösung einen Transport von maximal 56 BE.
24 BE in Gels (3 Taschen à 4 Gels)
32 BE in Maltodextrin (4 Flaschen à 8 BEs)
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56 BE insgesamt
Dies ist deutlich mehr, als ich selbst bei einem Ultralauf benötige.
2. Warum kein Traubenzucker?
Ich nehme als Hypohelfer keinen Traubenzucker, sondern vertraue auf die schnell wirkenden Power Bar-Gels, weil ich beim Sport aufgrund meines meist trockenen Munds den Traubenzucker kaum schlucken kann. Neben zwei bis drei Power Bar-Gels habe ich stets als normalen “Zwischensnack” Hammergels dabei, weil diese nicht so süß und eklig schmecken (Tipp: Geschmack Espresso ausprobieren!). Allerdings gehen diese deutlich langsamer ins Blut und taugen meines Erachtens nicht als Hypohelfer.
3. Wie wird das hochkonztrierte Maltodextrin-Gel hergestellt?
Ich nehme für die vier Flaschen einen halben Liter Flüssigkeit (Cola, Säfte, Kaffee, Wassser – je nach persönlichem Geschmack) und mische mit einem Pürierstab maximal 400 Gramm des (fast) geschmacksneutralen Maltodextrin unter (weniger geht immer: 12 gr Maltodextrin sind 1 BE). Anschließend fülle ich es in die Flaschen, fertig.
Es gibt keine billigere Lösung: 3,5 kg (also fast 292 BE) Lamperts Maltodextrin 19 kosten ca. 24 Euro (Apotheke). Zudem ist Maltodextrin leicht verdaulich. Ein Versuch ist Maltodextrin allemal wert!