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Regeneration vorbei – neue Pläne

Montag, den 1. Dezember 2008

Nach der überraschenden Bestzeit beim Lübeck-Marathon habe ich einen Monat mehr oder weniger regeneriert:

  • mehr, weil ich mein Lauftraining auf einmal die Woche “gaaaaanz laaaaangsaaaaam” reduziert habe und daneben nur einmal auf dem Rennrad gefroren sowie einige Kraulkilometer absolviert habe;
  • weniger, weil ich mit einer IDAA-Staffel (IDAA = International Diabetics Athletes Association) bei der Berliner Marathonstaffel angetreten bin.
    Ein schöner Bericht über dieses atmosphärisch tolle Ereignis findet sich hier: Berliner Marathon-Staffel.

Wichtig war dieser Monat, weil zum einen der Körper die Gelegenheit benötigt, all das zu reparieren, was durch das intensive Sportjahr in Mitleidenschaft gezogen war (auch wenn ich gar nicht sagen kann, was das genau war), zum anderen weil meine Motivation durch das bewusste Zurückhalten enorm gewachsen ist: Ich habe wieder richtig Lust zu trainieren!

Bezahlt habe ich diesen Monat auf überwiegend körperlicher Sparflamme mit einer sehr wechselhaften Stoffwechseleinstellung, denn meine Basalrate ist auf das fast tägliche Training abgestimmt und bietet derzeit keinen wirkliche Basis: Kleinere Berg- und Talfahrten meines Zuckers waren die zwangsläufige Konsequenz.

Aber das hat jetzt ein Ende, denn es geht wieder los und wichtige Pläne sind gefasst: Statt des Hamburg Marathons sind zwei Ultraläufe die Höhepunkte des Frühjahrs 2009, die 51 km lange Harzquerung am 26. April und der Rennsteiglauf (72 km) am 16. Mai 2009. Zuvor laufe ich nach dem Trierer Sylverster Lauf als Vorbereitung den familiären Plänterwaldlauf (15.2.) und den Berliner Halbmarathon (5.4.), bei dem eigentlich eine neue Halbmarathon-Bestzeit fallen sollte. Auch bei den 25 km von Berlin (jetzt “BIG…25! Berlin”) am 10. Mai werde ich vermutlich starten, weil die IDAA wieder Ihre vorbildliche Diabetikerbetreuung aufnimmt, allerdings als Regenerationslauf im 6-Minuten-Schnitt, denn eine Woche danach ist ja bereits der Rennsteiglauf …

Mal sehen, ob das alles so klappt, ich freu mich jedenfalls darauf!

Sechs Schritte zur Anpassung meiner Diabetestherapie beim Sport

Donnerstag, den 2. Oktober 2008

Einfach so loslaufen oder radeln, weil ich es halt gerade möchte, das geht leider nicht …
Doch das notwendige Vorausplanen und die gründliche Auswertung des Trainings bzw. Wettkampfs sind bereits die einzigen “Einschränkungen”, die mir mein Diabetes auferlegt.
Ansonsten gilt: Alles ist möglich! – Nur die Anpassung meiner Diabetes-Therapie muss irgendwie stimmen.


1. Die drei ???

Nur: Von was ist meine Therapieanpassung abhängig, von welchen Faktoren wird diese beeinflusst?
Um diese komplexe Frage zu beantworten stelle ich mir zunächst drei einfache Fragen:

a. Was möchte ich heute trainieren?

Als Erstes überlege ich mir, was ich heute trainieren möchte, und zwar hinsichtlich

  • der Sportart,
  • der Trainingsdauer
  • und der Intensität.

Vielleicht ist es für Nicht-Sportler überraschend, für alle anderen aber eine Binse, die jeder Sportler mit Diabetes, der verschiedene Sportarten betreibt, sicherlich bestätigen wird:
Der Energieverbrauch und die Insulinempfindlichkeit unterscheiden sich in den Sportarten massiv! Bei mir ergibt sich ganz klar folgende Reihenfolge: Die deutlichsten Therapieanpassungen (bei gleicher Dauer und Intensität!) erfordern  Schwimmen und Laufen, während Radfahren und insbesondere Krafttraining weniger starke Veränderungen erfordern.
So verbrenne ich unter vergleichbaren Bedingungen (Tageszeit, Basalrate, Abstand vom letzten Bolus) bei einer halben Stunde Laufen oder Schwimmen ungefähr drei BEs (1 BE = 12 g Kohlenhydrate), beim Radfahren zwei und beim Krafttraining lediglich eine.

In jedem Falle selbstverständlicher sind die beiden anderen Faktoren Trainingsdauer und Intensität. Dabei fällt es mir am leichtesten, die Trainingsdauer zu berücksichtigen, weil sich mein Energieverbrauch bei sich nicht verändernden Bedingungen (s. o.) in der Regel sehr linear verhält: Benötige ich für eine Stunde Sport 5 BEs, sind es für zwei Stunden 10, für drei 15 usw. Die Erfahrung einiger Marathonläufer, dass auf den letzten zehn Kilometern ihr Bedarf an Sport-BEs massiv steigt (wohl weil die Energiereserven der Muskulatur aufgebraucht sind), kann ich nicht bestätigen: Bei mir bleibt der Bedarf – glücklicherweise – konstant, widerspreche aber nicht der Möglichkeit, dass sich der Stoffwechsel bei anderen Menschen ganz anders verhält.

Schwieriger fällt mir die Einschätzung der Trainingsintensität: Während eine gemütliche Trainingseinheit im aeroben Bereich (keine Sauerstoffschuld, eine Unterhaltung mit einem Trainingspartner ist gut möglich) leicht einzuschätzen ist (gleichmäßiger Energieverbrauch bzw. linear fallender Blutzuckerspiegel), sind Trainingseinheiten an der anaeroben Schwelle bzw. im anaeroben Bereich kaum kalkulierbar: Mir scheint, als führe eine hohe Belastungsintensität zu einem geringeren Energieverbrauch und anaerobe Belastungen sogar zu einem leichten Anstieg des Blutzuckers.
Dieses Phänomen lässt sich wohl durch eine höhere Milchsäure-Konzentration im Muskel erklären, denn Lactat (= Milchsäure) senkt bekanntlich die Insulinempfindlichkeit. Aber auch mit diesem Wissen bin ich von meinen Blutzuckerverläufen bei sehr intensivem Training immer wieder überrascht, weil ich die Intensität oft nicht richtig beurteilen kann: Scheinbar habe ich oft kein Gefühl dafür, welche Lactatwerte bei welcher Intensität entstehen.
Sicherlich könnte ein pulsgesteuertes Training, das auf einer sportmedizinischen Leistungsdiagnostik beruht (hier werden sowohl die anaerobe Schwelle als auch die pulsabhängigen Lactatwerte bestimmt), mehr Klarheit bringen. Da ich aber derzeit sowohl Kosten wie Aufwand scheue (die Diagnostik müsste sportartspezifisch erfolgen und in regelmäßigen Abständen wiederholt werden), bleibt also nur trial and error: Ich versuche eine Einschätzung des Energiebedarfs vor dem Training und reagiere während (Blutzucker messen!) und nach dem Training, indem ich entweder zusätzlich esse oder – in der Regel nach dem Training (!) – meinen Blutzucker mittels eines Bolus entsprechend korrigiere.

b. Zu welcher Tageszeit trainiere ich?

Im Verlauf eines Tages schwankt die Insulinempfindlichkeit und damit der Insulinbedarf deutlich. Bei mir – und den meisten Menschen – ist die Insulinempfindlichkeit morgens am geringsten und steigt im Verlaufe des Tages an. Diese Insulinempfindlichkeit spiegelt sich sowohl in meiner Basalrate (morgens wird stündlich deutlich mehr Insulinabgegeben als abends) als auch in meinen BE-Faktoren: Decke ich beim Frühstück 1 BE mit 1,5 Einheiten Insulin ab, ist es abends ein Verhältnis von 1:1.
Parallel dazu steigt und fällt auch mein Energieverbrauch beim Sport: Ein einstündiger 12 Kilometer-Lauf gelingt morgens vor dem Frühstück mit einer zusätzlichen BE, während ich abends fünf Sport-BEs benötige.

c. Ist noch ein Insulin-Bolus unterwegs?

Diese letzte Frage ist vielleicht sogar die wichtigste, denn Sport während eines laufenden Bolus (sei es ein Mahlzeiten- oder ein Korrektur-Bolus) beeinflusst die Therapieanpassung massiv!

Beginnt ein Sportler ohne Diabetes zu trainieren, senkt sich der Insulinspiegel sofort stark. Diese an sich notwendige Reaktion unterbleibt beim Diabetiker, weil wir unser Insulin normaler Weise nicht intravenös verabreichen (hier wäre aufgrund der kurzen Halbwertszeit des Insulins im Blut eine ähnliche Reaktion provozierbar), sondern ins Unterhautfettgewebe spritzen, aus dem das Insulin in einem Stunden dauernden, kurzfristig nicht beeinflussbaren Resorbtionsprozess abgegeben wird. Mit anderen Worten: Einmal abgegebenes Insulin wirkt auch dann, wenn wir es gar nicht mehr brauchen – und unsere unvermeidbaren Hypos erinnern uns immer wieder daran, dass das so ist …

Beginne ich also zu trainieren, während noch Bolus-Insulin unterwegs ist, verstärken sich zwei Aspekte: Das resorbierte Bolus-Insulin trifft auf eine durch den Sport gesteigerte Insulinemfindlichkeit und muss mit einer besonders großen Menge Sport-BEs abgefedert werden. Bei mir verdreifacht (!) sich teilweise bei einem “laufenden” Bolus die Menge der notwendigen Kohlenhydrate: Eine halbe Stunde Laufen kostet dann nicht drei, sondern bis zu neun Sport-BEs! Dabei werden umso mehr Kohlenhydrate verbrannt, je näher mein Sport an den Zeitpunkt des Bolus’ heranrückt. Und auch wenn die Wirkkurven der schnellwirkenden Analog-Insuline suggerieren, das nach drei Stunden der Bolus komplett abgebaut ist, beweist mein Blutzuckerlauf während des Sports, das ein Bolus auch noch nach fünf bis sechs Stunden (!) seine Sport-BEs einfordert.


2. Blutzucker messen

Für mich ist eine Blutzuckermessung vor dem Sport unabdingbar. Denn ohne diese weiß ich nicht, ob der unverzichtbare Sicherheitspuffer nach unten gegeben ist, um nicht in den ersten Minuten meines Trainings in eine Hypoglykämie abzurutschen. Zum anderen muss ich auch eine Ketoazidose (absoluter Insulinmangel) ausschließen, weil diese – und im gesteigerten Maße durch Sport – eine lebensgefährliche Bedrohung ist.

Deshalb halte ich mich an folgende Regeln:

I. Start nur mit einem Blutzucker von mindestens 150!

II. Ist mein Blutzucker größer als 250, überprüfe ich zusätzlich Ketone (im Urin, besser noch im Blut).
Sind diese negativ, steht dem Sport auch ein hoher Blutzuckerwert nicht im Weg …


3. Die für das geplante Training spezifische Therapieanpassung entwickeln und durchführen

Abhängig von meinen Vorüberlegungen und dem gemessenen Blutzucker entwerfe ich eine Therapieanpassung, mit der Sport ohne Hypo möglich ist. Da diese Anpassungen von Training zu Training aufgrund der vielen beeinflussenden Faktoren sehr unterschiedlich ist, gibt es keine Patentrezepte, sondern lediglich Beispiele, die erfolgreiche ebenso wie erfolglose Versuche dokumentieren.

(Wer sich einen Überblick über die Versuche verschaffen will, die ich in diesem Blog dokumentiert habe, benutze die Suchfunktion mit dem Begriff “Diabetes-Anpassung” oder klicke hier: Suche nach: Diabetes-Anpassung.)

Daneben haben sich zwei Prinzipien heraussgemendelt, die ich eigentlich sehr konsequent durchführe:

  • Bei einem Training von weniger als einer Stunde Dauer ändere ich nicht meine Basalrate, sondern esse die notwendigen Sport-BEs vorher.
  • Bei längeren Trainingseinheiten (mehr als eine Stunde) reduziere ich meine Basalrate (je nach Trainingsvorhaben und Tageszeit um 20 bis 50%; auch der Zeitpunkt der Reduktion richtet sich nach den genannten Faktoren und liegt zwischen 5 und 90 Minuten vor dem Training).
    Zudem esse ich die für die erste Trainingsstunde vorgesehenen Sport-BEs vor dem Training, die für die weiteren Stunden notwendigen Kohlenhydrate esse bzw. trinke ich währenddessen.
  • Während der Belastung messe ich meinen Blutzucker und überprüfe die Angemessenheit meiner vorgenommenen Therapieanpassung und ziehe notwendige Konsequenzen (diese sind essen, nicht essen oder einen Bolus geben, je nach gemessenen Blutzucker-Wert).
    Meine Faustregel für die Messzeitpunkte:
    Messe immer genau dann, wenn Du nicht weißt, wie hoch Dein Blutzucker gerade ist bzw. wie er sich derzeit entwickelt!


4. Lieber zu hoch fliegen – Not-BEs sind immer dabei!

Um sicher zu gehen, nicht irgendwann bewustlos im Wald liegen zu bleiben, stelle ich meinen Blutzucker immer mit einem ausreichenden Sicherheitspuffer ein: Bei einem Wert unter 150 nehme ich sofort Nahrung zu mir, bei einem Wert unter 100 unterbreche ich mein Training.

Damit dies überhaupt möglich ist, habe ich stets die dreifache Menge der “normalerweise” benötigten Sport-BEs dabei. Dazu gehören auch eine ausreichende Menge Hypohelfer (Vorsicht bei Sportgels, die ausschließlich aus Maltodextrin bestehen: Diese sind hervorragende Gels für die normale Versorgung, bei einer Hypo sind sie jedoch nicht erste Wahl, weil sie zu langsam ins Blut gehen), je nach Dauer habe ich ausreichend Cola, Jubin, PowerBar-Gels o. ä. dabei, um notfalls zwei bis vier Unterzuckerungen sicher begegnen zu können.


5. Und nach dem Sport?

Auch nach dem Sport messe ich erst einmal meinen Blutzucker und überlege mir die nun notwendige erneute Therapieanpassung, die den blutzuckersenkenden Muskelauffülleffekt nach dem Sport berücksichtigt:

  • Bei einem zu hohen Wert korrigiere ich sehr vorsichtig (eine bis zwei Einheiten weniger, als der Korrekturfaktor eigentlich vorsieht),
  • bei einem normoglykämischen Wert esse ich ein bis zwei BEs ohne Bolusabgabe, um dem blutzuckersenkenden Muskelauffülleffekt ausreichend Futter zu geben, und
  • falls ich richtig Hunger habe, berechne ich meinen normaler Weise benötigten Bolus, reduziere diesen aber – wie beim Korrekturfaktor beschrieben – um ein bis zwei Einheiten.
  • Hatte ich meine Basalrate für das Training reduziert, so lasse ich diese noch einige Stunden (abhängig von Dauer und Intensität des Trainings) um 10% reduziert weiter laufen.


6. Training macht den Meister

Zuletzt kommt der vielleicht wichtigste Schritt, möchte man seinen Diabetes auch beim Sport wirklich packen: Die Auswertung des Erfolgs oder Misserfolgs der Therapie-Anpassung. Denn ausschließlich das Überprüfen der getroffenen Entscheidungen und das dadurch ausgelöste Lernen ermöglichen, nach und nach besser zu verstehen, wie der eigene Körper mit samt seinen komplexen Stoffwechselvorgängen funktioniert.

Deshalb dokumentiere ich mein Training und die vorgenommenen Anpassungen, um Erfolge wiederholen und Misserfolge vermeiden zu können. Dadurch lerne ich aus jedem Training etwas über mich und meinen Diabetes und werde zugleich sicherer in der Einschätzung dessen, was nötig ist, um sowohl sicher als auch mit großem Spaß Sport zu treiben!

Adieu Triathlon – Willkommen Ultra!

Dienstag, den 1. Juli 2008

Seit einer Woche habe ich mich für’s Erste vom Triathlontraining verabschiedet, auch wenn mir die vielseitigen, abwechlsungsreichen Belastungen sehr viel Spaß gemacht haben.

Aber die Vorbereitung auf den in dreieinhalb Wochen stattfindenden Swiss Alpine Marathon K78, eine 78 Kilometer-Runde rund um Davos mit insgesamt +/- 2320 Höhenmetern, erfordert jetzt noch einmal ordentlich Kilometer schrubben: 100 Kilometer pro Woche sollten es schon sein. [Artikel weiter lesen ...]

Mein (blutzucker-technisch) perfekter langer Lauf

Samstag, den 7. Juni 2008

Auch wenn ich mich kräftemäßig etwas elend gefühlt habe (sehr warme Temperaturen? noch nicht restlos regeneriert vom Rennsteiglauf vor drei Wochen?), war es doch hinsichtlich meiner Diabetes-Anpassung ein Bilderbuchlauf: Alle Werte absolut konstant mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand zur Unterzuckerungs-Schwelle.
Ja, und dieser “Erfolg” kompensiert mein gefühltes Leistungstief, macht mich zufrieden und ist ein Grund hier zu posten, auch damit der ein oder andere vielleicht etwas daraus lernt … [Artikel weiter lesen ...]

Letztes Tapern vor dem Rennsteiglauf

Freitag, den 16. Mai 2008

Heute morgen, 5:30 Uhr, der Wecker klingelt:

“Auf Andreas, LAUFEN!, Du willst doch ausprobieren, wie es ist, um 6 Uhr zu laufen [das ist die Startzeit des Rennsteiglaufs], und außerdem Deine innere Uhr umstellen [damit ich heute Abend früh müde bin und entsprechend lange schlafe, denn morgen geht's um vier Uhr raus aus dem Bett]!”

Das lass ich mir nicht zweimal sagen und bin sofort hell wach.
An Kleidung ziehe ich genau das an, was ich morgen auch tragen möchte:

  • mein blaues amnesty-international-Trikot mit Ärmeln (amnesty muss sein, wenn vor lauter Olympiabegeisterung die Menschenrechtsverletzungen in Tibet nicht sanktioniert werden),
  • meine schwarze Nike-Kurztight (die rückseitig angebrachte Schlüsseltasche ist ideal für meine Insulin-Pumpe!),
  • die CEP-Socken (ich bilde mir ein, dass die Kompressionssocken mich weniger ermüden lassen, vor allem aber meine Füße weniger anschwellen),
  • natürlich meine weiße Mütze (Sonnen- und Regenschutz, die Wettervorhersagen werden zwar stündlich besser, aber sicher scheint noch nichts) und
  • den Laufgurt mit den vielen Taschen für Riegel und Gels, Blutzuckermessgerät und Spritze sowie zwei kleinen Trinkflaschen, in denen ich morgen hoch konzentrierte Elektrolyt-Flüssigkeit füllen werde, um damit das gereichte Wasser anzureichern.

All das hätte ich für meinen drei Kilometer kurzen Aufgalopp natürlich nicht gebraucht, aber als ehemaliger “Theatermensch” weiß ich, Generalprobe muss sein!

Die kurze Runde im lockeren Tempo mit drei Steigerungsläufen (angezogene Handbremse!) ist der Abschluss meines Taperings vor dem Rennsteiglauf (Supermarathon über 72,6 kilometer) bzw. der dreiwöchigen Regeneration nach dem nicht ganz so überzeugend gelaufenen Hamburg-Marathon. Aber heute morgen um sechs Uhr fühlte ich mich sehr fit – was sicherlich zum Teil auch an der herrlichen Morgenfrische lag, die heute in Berlin herrschte: Angenehm kühl, aber nicht kalt, die Sonne war bereits aufgegangen, die Vögel sangen, kaum jemand unterwegs (nur einzelne “Jogger”, also die sehr langsamen Gesundheitsläufer ;-) ) – SCHÖN!


DIABETES-ANPASSUNG

Interessant wollte ich auch wissen, wie derart früh mein Blutzucker reagiert.
Aufgewacht bin ich mit einem Blutzucker von 132, der nach 20 Minuten lockerem Laufen auf 125 gefallen war – unter Berücksichtigung der Messungenauigkeit also quasi stabil lag. Dies ist ein wichtiger Hinweis auf die doch deutliche Insulinresistenz zu der frühen Uhrzeit, nachmittags hätte ich sicherlich eine BE verbrannt, wenn ich nicht vorher meine Basalrate reduziert hätte (was sich bei einer solchen Bagatellbelastung nicht lohnt!).
Für den Rennsteiglauf morgen habe ich eine spezielle Basalrate programmiert, die von 6 Uhr an (Startzeit) nach und nach die Basalrate reduziert, so dass gegen 11 Uhr nur noch 50% des sonst üblichen Basalinsulins abgegeben wird. Frühstücken werde ich um 4:30 normal, allerdings nur die Hälfte des eigentlich üblichen Bolusinsulins abgeben. Damit, so hoffe ich, werde ich mit einem Blutzucker von 200 starten, den ich in der ersten Stunde runterlaufen werde, sodass ich frühzeitig damit beginnen kann, weitere Kohlenhydrate aufzunehmen, denn ohne Nahrungsaufnahme ist ein über sieben Stunden dauernder Lauf nicht zu bewältigen. Ob diese BEs nur von der Basalrate abgedeckt sind oder ich eventuell die ein oder andere Einheit (bzw. halbe Einheit) Bolusinsulin abgeben werde, kann ich erst morgen entscheiden. Es ist halt mein erster “Ultra!”


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