Mein erster Neoprenanzug

Heute wurde er endlich geliefert: Das wichtigste Utensiel für einen Kältehypochonder wie mich, der bei Temperaturen unter 24° nicht ins Wassergeht, beim Triathlon aber muss – mein erster Neoprenanzug.

Da ich als Kind und Jugendlicher sieben Jahre lang sehr intensiv im Verein geschwommen bin, habe ich mir einen eher „sportlichen“ Neoprenanzug gewählt, das heißt, er sollte flexibel sein und beim Schwimmen nicht einengen. Dies bezahle ich mit einem etwas geringeren Auftrieb, weil an vielen Stellen das Neoprenmaterial dünner ist. Aber das sollte kein Problem sein, denn meine Wasserlage ist eigentlich recht gut, Schwimmtraining halt.

Aber das erste Anziehen war schockierend: Ich fühlte mich wie eine Wurst, die in eine zu enge Hülle gestopft worden ist. Oh, nein, das Ding muss zurück geschickt werden. Eine Nummer größer.

Was sagt das Internet?

Ja, genau so soll das Gefühl sein, wenn man ihn im Trockenen trägt: Total eng – aber nicht beklemmend.

Und mit dieser Wurstpelle soll man schneller unterwegs sein als ohne? Ich kann’s ja kaum glauben, aber bis zu 15% mehr Geschwindigkeit sind wohl wahrscheinlich – sagt man …

Naja, es ist ja schließlich auch ein Weltrekord-Anzug, den ich preiswert erstanden habe (schnellste Ironman-Schwimmzeit / der Mann links in „meinem“ Neo, Christof Wandratsch, hat sie geschwommen / gekauft bei Paulis Trishop):

Aqua Sphere FXP für 230,- Euro (Normalpreis: 299,- Euro).

Und wärmen tut er, nach dem Anziehkampf war ich nass geschwitzt!

Also raus aus dem Teil und noch einmal im Internet recherchiert, ob er nicht doch vielleicht zu eng ist? Nein, ist er nicht, genau so soll er sein.

Ich also wieder rein in die Pelle … und diesmal ging es bereits viel leichter und der Anzug trug sich auch viel bequemer.

Neugierig unter die Dusche: Erst warm, dann nach und nach kälter. Und jawohl, es ist ein Wunder, ich, Warmduscher, habe das kalte Wasser ausgehalten, ohne in Zitterkrämpfe zu verfallen. Außerdem war die Enge verschwunden, nachdem sich ein leichter Wasserfilm zwischen Neopren und Haut gebildet hatte. Jetzt weiß ich, es ist der Richtige, zumindest die richtige Größe!

Leider sind an drei kleinen Stellen, wo das grau-blaue Rückeninsert mit dem schwarzen Neopren zusammentrifft, die Nähte nicht perfekt verklebt. Je nach Wunsch hätte ich den Anzug aber zurückschicken oder – für was ich mich entschieden habe – eine Flasche Neoprenkleber zum Kleben der Nähte erhalten können. Die nette Dame von Paulis Trishop beteuerte am Telefon, dass so etwas immer wieder bei Neoprenanzügen vorkomme und sich mit Kleber leicht beheben lasse, denn es ist ja kein Riss, unter den Nähten ist noch eine weitere stabile Verbindung vorhanden, diese ist es auch, die dem Dehnungsdruck standhält- nicht die lediglich geklebten Nähte.

Leider sind die Gewässer in der Umgebung von Bergedorf noch zu kalt (~10°), sodass ich derzeit noch nicht draußen schwimmen werde. Trotz Neopren: Weniger als 16° Wassertemperatur müssen nicht sein …

Das könnte Dich auch interessieren:

Veröffentlicht von

Andreas

* 1970 in Trier, seit 1988: Diabetes Typ 1 (CSII mit animas vibe, Dexcom G4), seit 2005: leistungsorientiertes Training (vor allem Laufen, aber auch Radfahren), zahlreiche Marathons, Ultras und Ironmans

2 Gedanken zu „Mein erster Neoprenanzug“

  1. Ein Nachtrag aus gegebenem Anlass (aus meinem FXP wurde ein Blue Marlin):

    Nachdem meine liebe Freundin nach dem BerlinMan die S-Bahn der Hauptstadt mit meinem FXP beglückt hat (vermutlich fährt der Neo immer noch ohne Ticket durch Berlin), habe ich mir bei Ebay für 220,- Euro einen sehr günstigen Blue Marlin (ebenfalls Größe M) geschossen, das Spitzenmodell der 2008er Kollektion von Aqua Sphere.
    Und ich muss sagen, der Blue Marlin toppt den FXP um Längen: Auch wenn er genauso eng sitzt, erzeugt der Blue Marlin aufgrund seiner ungleich größeren Flexibilität kein Gefühl der Enge, auch nicht im Trockenen. Fast möchte man sagen, er trägt sich so angenehm, dass man ihn nie wieder ausziehen möchte … Im Wasser ist sein Auftrieb an den Beinen geringfügig geringer (wenn überhaupt), dafür ist die Beweglichkeit im Schulterbereich sensationell: Armzüge fallen (noch) leichter!
    So gesehen, bin ich beinahe glücklich, dass mein FXP nach dem BerlinMan nicht mehr den Weg nach Hause gefunden hat …

    Gruß, Andreas

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.