Erster Triathlon und 1000 Fragen

Oha, morgen ist es also soweit: Mein erster Triathlon …

Auch wenn das eigentlich nicht mein erster ist (vor einundzwanzig Jahren habe ich an einem Cross- und einem Sprint-Triathlon teilgenommen), kommt es mir doch so vor, denn zu lange ist das her. Mein Diabetes schlummerte noch unerkannt in mir und die jugendliche Unbekümmertheit ließ keine Fragen zu …

Heute bin ich viel komplizierter geworden (nicht nur wegen des Diabetes) und 1000 Fragen und Gedanken schießen mir durch den Kopf:

  • Wie wird das mit dem Schwimmen?
  • Wird sich der Neo bewähren? Bin doch erst einmal damit geschwommen.
  • Hätte ich mal mehr im Freiwasser trainiert!
  • Wie schnell kann ich schwimmen, ohne zuviel Kraft für die folgenden Disziplinen zu vergeuden?
  • Hoffentlich gibt’s keine Unterzuckerung im Wasser, hoffentlich brauche ich die beiden Gels unter der Badekappe nicht …
  • Und dann das Wechseln vom Schwimmen zum Radfahren: Da ist soviel zu bedenken (Neo öffnen auf dem Weg zur Wechselzone, Badekappe  und Schwimmbrille aus, Neo ganz ausziehen, in Startnummer schlüpfen, die muss anschließend nach hinten zeigen, Schuhe an – das „professionelle“ In-Socken-loslaufen und Schuhe-auf-dem-Rad-anziehen geht mit meinen mehrschnalligen Radschuhen nicht -, Helm und Sonnenbrille auf, Helm schließen, erst auf’s Rad, wenn es erlaubt ist)!
  • Reichen die BEs in der Flasche (7 BEs Maltodextrin) und am Rahmen (zwei Gels = 4 BE)?
  • Und dann die gleiche Frage wie beim Schwimmen: Wie schnell kann ich radfahren, ohne zu viel Kraft für das Laufen zu vergeuden?
  • Wie schnell kann ich die Kurven fahren? – Gut das habe ich heute ausprobiert, 30 km/h gehen schon, aber trotzdem: Eine Unsicherheit bleibt.
  • Und erst ab diesem Punkt, beim Nachdenken über das Laufen werde ich ruhiger, verschwinden die Fragen. Da macht sich dann doch die reiche Wettkampferfahrung bemerkbar: Laufen kenne ich, da kann ich meine Kräfte einschätzen, da habe ich ein Gefühl für mein Lauftempo.

Aber etwas Beruhigendes bleibt: Morgen um diese Zeit gibt es auf jede Frage eine Antwort.

Und ich bin mir sicher, das ist die einzig richtige Einstellung!

Also, Andreas, merke Dir und vergiss es nicht: Der Triathlon morgen ist Dein persönlicher Intensivkurs, der zwei Stunden und dreißig Minuten dauert (denn so lange, denke ich, werde ich morgen über die olympische Distanz mit 1500 m Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen unterwegs sein – wenn alles gut geht!).

– „Weißt Du, wie das wird?“ (aus Richard Wagner: Götterdämmerung)
– Nein, und das ist schön!

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Veröffentlicht von

Andreas

* 1970 in Trier, seit 1988: Diabetes Typ 1 (CSII mit animas vibe, Dexcom G4), seit 2005: leistungsorientiertes Training (vor allem Laufen, aber auch Radfahren), zahlreiche Marathons, Ultras und Ironmans

2 Gedanken zu „Erster Triathlon und 1000 Fragen“

  1. Mensch Andreas, da hab ich doch glatt verpasst, Dir die Daumen zu drücken… Aber Du wirst es auch ohne das gemeistert haben. Wie ist es gelaufen, laß mich mal nicht so zappeln….

  2. Hallo Kathrin,

    Danke für Dein Vertrauen!
    Der erste Triathlon ist, wie ich finde, wirklich gut gelaufen: Sehr viel Spaß gehabt, eine passable Zeit und eine recht gute Platzierung erreicht, die größten Probleme gelöst ….
    Unter Mein erster Triathlon (nach zwanzig Jahren)! findest Du einen Bericht, der sich aber mehr mit meinen gesundheitlichen Problemen als mit den Wettkampferlebnissen auseinandersetzt.
    Beim nächsten Triathlon habe ich dann etwas mehr für die Eindrücke des Rennens übrig, diesmal stand doch zu sehr ein „Wie geht das? Wie kriege ich das hin?“ im Vordergrund. „Triathlon-Kindergarten“ halt, wie Du es treffend genannt hast …

    Viele Grüße,
    Andreas

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