Bestzeit beim Frankfurt Marathon 2009 – (k)ein Grund zur Freude? (Laufbericht)

Eigentlich ein Grund zur Freude: Noch nie bin ich 42,195 km schneller gelaufen als vor wenigen Tagen in Frankfurt, War 9 Minuten schneller als beim Berlin Marathon vor 5 Wochen. Und 3:14:28 Stunden ist auch wirklich keine Zeit, mit der man sich verstecken muss.

Aber dennoch: Die Freude über die Leistung ist seltsam klein, fast bin ich ein wenig enttäuscht.

Warum? Weil ich zumindest bis zum Mai dieses Jahres dachte, an diesem Tag die drei Stunden angreifen zu können?
Weil ich die relativ gute Zeit zur Hälfte der Strecke (1:34) nicht in eine Gesamtzeit unter 3:10 Stunden umwandeln konnte.
Vielleicht deshalb, weil ich dem berüchtigten Mann mit dem Hammer nicht begegnet bin, aber dennoch einfach kontinuierlich langsamer wurde, ohne gegen die verlorenen Sekunden anzukämpfen.
Oder weil ich im Ziel das Gefühl hatte, nicht alles gegeben zu haben, und dennoch wusste, das mehr an diesem Tag nicht drin war?

Nein, das trägt zwar alles zur kleinen Enttäuschung bei, ist aber nicht entscheidend!

Entscheidend sind viel mehr die besondere Situation, in der ich letztes Jahr beim Lübeck-Marathon meine Bestzeit lief, und der absolute Höhepunkt des Jahres, der 100-km-Lauf in der Mongolei.
Beim letztjährigen Rekordmarathon peitschte mir der Wind auf dem gesamten Rückweg von Travemünde nach Lübeck mit bis zu 50 km/h entgegen, sodass die 3:16 Stunden vom letzten Jahr nicht objektiv, aber gefühlt die viel größere Leistung darstellen, und der Traillauf in der Mongolei war besonders eindrucksvoll und bedeutete – eingedenk des Abbruchs beim Hunderter in Biel wenige Wochen zuvor – auch das ersehnte Durchbrechen der Schallmauer „100 Kilometer Laufen“.

Angesichts dieser beiden Laufmomente hätte beim Frankfurt-Marathon schon die 3 Stunden fallen müssen oder zumindest eine Zeit unter 3:10 herausspringen müssen, um vergleichbare Emotionen auszulösen. Da das aber nicht war, bleibt die Erinnerung an einen bestens organisierten Lauf auf schnellem Asphalt bei blendenden Wetter, einem engagierten Publikum und mit einem sicherlich einmaligen Zieleinlauf auf einem roten Teppich ins Lichtgewitter der Festhalle, sodass ich dennoch froh bin, dort gelaufen zu sein!

Anpassung meiner Diabetes-Therapie

Im Gegensatz zum Berlin-Marathon vor vier Wochen wollte ich den Blutzucker-Anstieg unmittelbar nach dem Start vermeiden, um während des Laufs bei einem leicht fallenden Blutzucker immer wieder Kohlenhydrate zuführen zu können. Doch obwohl ich nach dem Aufstehen einen Mini-Bolus abgab und meine Basalrate erst unmittelbar vor dem Start reduzierte, stieg der Blutzucker wieder stark an und – viel entscheidender – immer weiter, sodass ich nach 21 km einen Bolus abgab, um endlich Kohlenhydrate aufnehmen zu können. Dieser drehte tatsächlich die Tendenz und ich konnte mit drei nach einander aufgenommenen BE (an den Versorgungsständen bei Kilometer 25, 30 und 35 stand Cola bereit!) mit einem zumindest im Ziel perfekten Blutzucker aufwarten.

Blutzuckerverlauf und Therapieanpassung beim Frankfurt Marathon 2009

(Anklicken zum Vergrößern)

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Veröffentlicht von

Andreas

* 1970 in Trier, seit 1988: Diabetes Typ 1 (CSII mit animas vibe, Dexcom G4), seit 2005: leistungsorientiertes Training (vor allem Laufen, aber auch Radfahren), zahlreiche Marathons, Ultras und Ironmans

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