Rad-Trainingslager auf Mallorca: Der ideale Saisonstart

Das Glück meinte es gut!

In den Wochen vor meinem Radtrainingslager auf Mallorca wurde www.wetter.com tägliche Pflicht. Stets schaute ich ängstlich auf die Langzeitprognose, die sich lange Zeit nicht durchringen konnte, das Ende der kalten Temperaturen zu verkünden. Doch endlich war es soweit und zwar genau an dem Tag, an dem ein Schneesturm die Insel heimsuchte und 30 cm Neuschnee hinterließ, riskierten die Wetterpropheten einen positiven Ausblick: Es sollte von nun an trocken und wärmer werden!

Und tatsächlich landeten ich am 12. März zwar bei einem Grad und nahe dem Gefrierpunkt, doch die nachmittags erreichten Höchsttemperaturen kletterten von Tag zu Tag und erreichten zuletzt angenehme zwanzig Grad: Ideales Radwetter!

So stand weder das Wetter noch sonst etwas  einem intensiven Radtraining im Weg: Die Insel ist mit ihrem guten, meist verkehrsarmen Wegenetz, ihrer Schönheit und topographischen Vielfalt ideal – kein Wunder, dass zehntausende andere Radfahrer die gleiche Idee hatten wie ich und ihre Saison hier beginnen wollten.

An den ersten beiden Tagen fuhr ich zwei flache Touren zum Einrollen: 87 km von Alcudia nach Petra und 117 km nach Santa Maria. Am dritten Tag ging es dann – endlich (!) – in die Berge. Bei einigen schönen Anstiegen (Pass von Selva zum Kloster Lluc und Sa Calobra) auf der ebenfalls 117 km langen Tour in der eindrucksvollen Bergwelt der Serra de Transmuntana war mir klar, dass ich auch in den nächsten Tagen unbedingt hier fahren möchte!

Aber die Vernunft besiegte die Fahrlust und verordnete zunächst erst einmal einen Ruhetag, an dem ein Besuch der pitoresken Altstadt Palmas die letzten Ballermann-Vorurteile über die Insel zerstörte: Mallorca ist nicht nur etwas für naturliebende Radtouristen, sondern auch für Kulturinteressierte!

Danach blieben nur noch vier Tage, die fast alle mit Bergetappen ausgefüllt waren: Nach 161 km mit dem Pass de Soler und einem Abschnitt der malerischen Küstenstraße stand die Königsetappe an: 205 km mit 2000 Höhenmetern, die mit der Auffahrt zum Puig Major gekrönt wurde. Am Tag danach gab es mit nur 60 km einen kleinen Ruhetag, auf miserablem Asphalt ging es zum landschaftlich unvergesslichem Cap Formentor, ehe es zum Abschluss noch einmal 150 km durch das flachere Hinterland ging, untebrochen nur vom Anstieg zum Col d’honor, dem Pass der Ehre.

Insgesamt kamen in siebeneinhalb Tagen ca. 920 km zusammen, die für mich als Nicht-Radfahrer doch nicht so anstrengend waren, wie ich befürchtet hatte. Insbesondere die über 200 km lange Königsetappe verbreitete keinen Schrecken, sondern machte Spaß und relativierte meinen Respekt vor den 180 km in Roth, konnte ich mir doch bis dahin nicht vorstellen, diese auf dem harten Rennradsattel zu überleben. Sicherlich profitierte ich bei diesen ersten intensiven Radeinheiten im Freien doch von meinen 900 km, die ich im Januar und Februar u. a. im Rahmen der Rennen der Indoor Bike League » auf der Rolle absolvierte.

Das könnte Dich auch interessieren:

Veröffentlicht von

Andreas

* 1970 in Trier, seit 1988: Diabetes Typ 1 (CSII mit animas vibe, Dexcom G4), seit 2005: leistungsorientiertes Training (vor allem Laufen, aber auch Radfahren), zahlreiche Marathons, Ultras und Ironmans

3 Gedanken zu „Rad-Trainingslager auf Mallorca: Der ideale Saisonstart“

  1. Hört sich wirklich interessant an. Ich plane demnächst auch mal auf einen 165 KM lange Strecke zu gehen, traue mich aber noch nicht wirklich, weil ich nicht weiß wie viel Training vorher wichtig wäre oder ob man das auch ohne großes Training hinter sich bringen kann. Bin mir da noch nicht so schlüssig, da ich doch gerne Rad fahre, aber eben noch nicht über eine solch lange Distanz. Meine längste war bisher 70 KM, die zwar ohne Probleme, aber wie gesagt, 165 flößen mir doch noch ein wenig Respekt ein. Was ist deine Meinung dazu?

  2. Wie heißt es so schön: „Das Tempo tötet.“ 😉

    Wenn Du insbesondere die erste Hälfte verhalten angehst, deutlich langsamer, als Du sonst Rad fährst, dann ist das sicherlich kein Problem.
    Gegen Sitzprobleme hilft das regelmäßige Heben aus dem Sattel, nicht nur bei (leichten) Anstiegen, sondern auch gelegentlich auf der Ebene, gegen Verspannungen im Schulterbereich hilft regelmäßiges Umgreifen am Lenker; nicht umsonst bietet der Rennlenker viele verschiedene Griffpositionen.

    Just do it,
    Andreas

  3. Okay, dann werde ich mich einfach mal in den Sattel setzen und mir die 165 KM zutrauen. Wenn ich nicht mehr zu Hause ankomme weiß ich ja wen ich die Schuld geben kann 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.