Wenig trainiert und kaum langsamer: Ironman Regensburg 2012 (Bericht)

Lang, lang ist’s her, der Ironman in Regensburg am 17. Juni 2012 ist seit drei Monaten Geschichte … und doch bin ich noch ein paar Zeilen schuldig. Es war ein guter Wettkampf ohne größere Probleme: Meine über die Jahre erworbene Kondition war eine verlässliche Bank, Magen und Verdauung wollten nur das Beste und auch mein Blutzucker-Management war (fast) so, wie es sein sollte. Spannende Katastrophen wie bei meinem ersten Krimi-Triathlon über die Langdistanz, der Challenge Roth 2010 », kann ich dieses Mal nicht schildern.

Dabei war ich im Vergleich zur Challenge Roth 2010 – eigentlich – viel schlechter vorbereitet: Hatte ich das halbe Jahr vor Roth insgesamt 270 Stunden trainiert, waren es dieses Jahr nur 160 Stunden, also 110 Stunden weniger, mit insgesamt sehr überschaubaren 2007 km Rad-, 561 km Lauf- und 42 km Schwimmtraining. Wenig trainiert und kaum langsamer: Ironman Regensburg 2012 (Bericht) weiterlesen

Punktlandung: Sub 7 beim Rennsteiglauf Supermarathon (Laufbericht)

72,7 km von Eisenach nach Schmiedefeld und dann entscheidet eine Winzigkeit über Glück und Unglück: Drei kurze Sekunden machen den Unterschied zwischen Sieg und (gefühlter) Niederlage. – Ganz schön bescheuert, oder? 😉

Es ist nüchtern betrachtet völlig idiotisch, wie mythisch bestimmte Laufzeiten aufgeladen sind: Ein Marathon unter drei Stunden gilt als Ritterschlag – und umgekehrt wird bei einem Marathon über fünf Stunden gefragt, ob das überhaupt noch ein Marathon sei. Man kennt das Spiel: 2,99 Euro sind ein Schnäppchen, 3,00 Euro viel zu teuer.

Doch leider kann ich mich von diesen an sich völlig abwegigen Gedankengängen nicht frei machen, jage den drei Stunden im Marathon nach und freue mich riesig, wenn ich, wie jetzt beim Rennsteiglauf Supermarathon, eine scheinbare „Schallmauer“ durchbreche. 6 Stunden, 59 Minuten und 57 Sekunden – drei kurze Sekunden unter sieben Stunden. Das ist wirklich nicht mehr als der berühmte Wimpernschlag. Eine einzige zu umrundende Pfütze mehr auf der langen Strecke von Eisenach nach Schmiedefeld, und schon hätte es nicht mehr gereicht zur „Traumzeit“. Aber ich hab’s geschafft und ich freue mich riesig, auch weil ich für diese Zeit auf den letzten zehn Kilometer gerannt bin, wie ich es nach der langen Strecke nicht für möglich gehalten hätte.  Punktlandung: Sub 7 beim Rennsteiglauf Supermarathon (Laufbericht) weiterlesen

Ich mach den Bubka: Bestzeit auf Bestzeit – aber nur um Sekunden (Laufbericht Hamburg Marathon 2012)

Serhij Bubka war in den 80er Jahren ein Phänomen. Wettkampf für Wettkampf stellte er einen neuen Weltrekord im Stabhochsprung auf, insgesamt 35 mal! Und das war eine äußerst geschickte Strategie, denn da er nicht sofort das sprang, was er eigentlich leisten konnte, sondern den Weltrekord nur ganz allmählich, Schritt für Schritt um Zentimeter steigerte, dadurch konnte er stets auf’s Neue die jeweils ausgelobte Weltrekord-Prämie des jeweiligen Leichtathletik-Meetings einstreichen – ein lukratives Geschäftsmodell, das ihm ein Vermögen einbrachte!

Und genau das mache ich derzeit auch, Wettkampf für Wettkampf steigere ich meine Marathon-Bestzeit: Nach 3:13:05 Stunden in Münster » und 3:11:09 Stunden beim Köln Marathon » (Oktober 2011) lief es wieder ein wenig schneller, sodass der neue Rekord jetzt, nach dem Marathon in Hamburg am 29. April 2012, bei 3:10:35 Stunden steht. Doch drei Dinge unterscheiden mich von Serhij Bubka, dem immer noch amtierenden Stabhochsprung-Weltrekordler:
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Marathon-Bestzeit 2011, neue Pläne 2012 – ein Lebenszeichen nach langer Schreibpause

Seit September 2010 gab’s außer ein paar Kommentare von mir wenig zu lesen, denn es ist viel passiert: Haus kaufen, renovieren und umziehen ist zwar wunderschön, kostet aber enorm viel Zeit, Zeit, die für Training und Wettkampf fehlt, und Zeit, die für’s Schreiben nötig gewesen wäre.

Dabei gab’s durchaus Dinge, über die ich berichten wollte.

Da ist zunächst der Köln Marathon 2011, bei dem am 2. Oktober 2011 etwa 100 Sportler mit Diabetes (darunter 20 IDAA-Mitglieder) am Start waren. Ein tolles Projekt, das der Neu-Diabetiker Michael Rosenbaum mit seinem „Diabetes Programm Köln“ ins Leben gerufen hat, denn so viele Diabetiker zum Start bei einem Marathon zu bewegen, ist eine unglaubliche Leistung, und das große Presseecho ist ein scharfes Schwert beim Kampf gegen das Diabetiker-Vorurteil „d. d. D.“, „dick dumm Diabetes“. – Und vielleicht hat ja auch der (name-gedroppte) „medizinische Leiter“ des Programms, Univ.-Prof. Dr. med. Hans-Georg Predel, etwas gelernt, war er doch bei seiner kurzen Stippvisite an der Strecke angesichts der schnellsten Marathonis offenkundig überrascht, wie schnell Diabetiker laufen können. Aber dass wir in der Mannschaftswertung, bei der drei Läufer zusammengefasst werden, den dankbaren 4. Platz belegten, damit konnte ja auch niemand rechnen … 😉 Marathon-Bestzeit 2011, neue Pläne 2012 — ein Lebenszeichen nach langer Schreibpause weiterlesen

Münster Marathon 2011: klasse Stimmung, gute Zeit und (fast) perfekte Werte (Laufbericht)

Am Tag nach der Mitgliederversammlung der IDAA », der Vereinigung von Sportlern mit Diabetes, nahmen drei Staffeln und vier Einzelläufer die 42 km lange Marathondistanz in Angriff. Drei erfolgreiche, in guten Zeiten absolvierte Marathondebuts und drei recht schnelle Staffelzeiten zeigen eindrucksvoll, dass Diabetes – wenn er kenntnisreich beherrscht wird – kein Hindernis, sondern vielmehr ein Grund für sportliche Leistung ist: Denn gründliche Vorbereitung und ein intensives Hineinhorchen in den eigenen Körper sind für Diabetiker selbstverständlich und zugleich Bedingungen, wenn ein Marathon ohne Qual gefinisht werden will. Und das haben die IDAA-Mitglieder allen anderen zum Teil kämpfenden Läufern deutlich vor Augen geführt. Münster Marathon 2011: klasse Stimmung, gute Zeit und (fast) perfekte Werte (Laufbericht) weiterlesen