Harzquerung 2009: Mit Dampf durch den Harz

Harzquerbahn (Schmalspurbahn)

Wernigerode, der bildschöne, historische Startort der Harzquerung, die dieses Jahr bereits ihren 30. Geburtstag feiert, empfing die Läufer am Vorabend mit einem strahlend blauen Himmel bei angenehm warmen Sonnenschein und dampfenden Lokomotiven am Bahnhof. Rathaus von WernigerodeAber nebem dem traumhaften Wetter war wenig zu spüren von einer regionalen Vorfreude auf den Lauf, außer den unmittelbar organisatorisch Beteiligten wissen die Einheimischen nahezu nichts von diesem interessanten Lauf. Wohl dass es ihn gibt, aber dieses Wochenende? „Nein, das wusste ich nicht“. Diese Ahnungslosigkeit begegnet dem Läufer überall: im Hotel, im Restaurant, im Taxi. Schon erstaunlich, denn bei insgesamt 600 Läufern, die sich auf die drei angebotenen Strecken 25 km, 28 km und 51 km verteilen, sollte die Harzquerung doch zumindest ein regionales Highlight sein, das mit Sicherheit in der Tourismusbranche Spuren hinterlässt. Aber vielleicht ist das mangelnde Interesse ja auch gerade gut so, dann behält der Harzlauf seinen Harzquerung 2009: Mit Dampf durch den Harz weiterlesen

Vom Winde verweht – Bestzeit beim Lübeck-Marathon

Nach der überraschenden 10 km-Bestzeit beim Asics Grand 10 hatte ich mich spontan entschlossen, doch noch einen letzten Marathon vor der Winterpause zu laufen, denn ich dachte, da sei vielleicht noch eine ganz gute Zeit drin. Aber sicher war ich mir dessen nicht, insbesondere weil ich seit dem BerlinMan Ende August nicht wirklich zielgerichtet trainiert habe. Zwar kommen schon einige Läufe, Schwimm- und Rad-Trainingseinheiten auf der Rolle zusammen, aber eher nach dem Lust-und-Laune-Prinzip, nicht nach einem zielgerichteten Plan.

Und so habe ich mich kurzfristig für den Lübeck Marathon entschieden, weil er
a) einer der wenigen Marathons ist, die im späten Herbst überhaupt noch stattfinden, und weil er
b) für mich sehr unaufwändig von Hamburg aus zu erreichen ist.

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Swiss Alpine Marathon 2008 (Laufbericht K78)

Schade, dass der Swiss Alpine Marathon schon vorbei ist …

Nachdem ich letztes Jahr den K42 gelaufen war (ein Marathon von Berguen nach Davos, der ebenfalls über die 2632 Meter hohe Keschhütte und den kaum niedrigeren Scalettepass führt), sagte meine Freundin:
– „Nächstes Jahr starte ich beim K21!“

Glücklicherweise nahm ich, Ungläubiger, das nicht ernst und konterte:
„Wenn Du startest, dann laufe ich den K78!“
Und als ihre Anmeldung sogar zum noch längeren K31 feststand (31 Kilometer von Davos nach Filisur), musste ich worthalten, die Königsstrecke wurde Pflicht.

Und nicht einen der 78 Kilometer habe ich bereut, nicht einen der insgesamt 2300 Höhenmeter habe ich verflucht:
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Laufbericht: Gelassen über den Rennsteig

Der Rennsteiglauf, zumindest der Supermarathon ist anders, ganz anders als andere Marathons, so … wie soll ich sagen … „gelassen“.

Dies beginnt schon beim Start:

Gegen 5:35 Uhr, also weniger als eine halbe Stunde vor dem Start um sechs, scheint noch nicht einmal die Hälfte der knapp 1800 Läufer auf dem Markt in Eisenach zu sein, so leer wirkt der Platz. Kaum Menschen, die sich einlaufen. Nur einzelne dehnen sich bereits. Kleine Menschengruppen stehen beieinander, unterhalten sich, begrüßen neu Ankommende, die so die Gruppen langsam wachsen lassen. Erste beginnen sich umzuziehen.

Der übliche Prä-Start-Stress der Lauf-Groß-Verabstaltungen:

  • In hektischer Eile die der Startnummer zugewiesene Abgabe des Kleiderbeutels suchen,
  • sich von den riesigen Schlangen vor den Dixiklos entnervt abwenden und sein letztes Geschäft wie ein Hund am Baum oder Häuserwänden verrichten,
  • sich viele Minuten vor dem Start bereits aufstellen, um im zugewiesenen Startblock ja vorne zustehen und so zu verhindern, dass der mäßig begabte Möchtegern-Leistungssportler durch noch mäßiger begabte Möchtegern-Leistungssportler aufgehalten wird …

All das findet hier NICHT statt. – Wie schön!

Stattdessen: Wir haben Zeit, wir sind „gelassen“ …

Die Uhr rückt weiter gegen sechs Uhr vor, der Platz füllt sich mehr und mehr, doch von Hektik weiterhin keine Spur. Auch als es um sechs Uhr losgeht, stehen noch längst nicht alle Teilnehmer am Start bereit. Viele bewegen sich gemütlich in Richtung des roten Tors und schließen sich dem langgezogenen Läufer-Wurm an, der sich ganz allmählich, im sehr gemütlichen Tempo in Bewegung setzt.

Und Recht haben sie! Was sind schon zwei, drei Minuten bei einer Strecke von zweiundsiebzigkommasieben Kilometern …

Auch nach dem Startbogen gestaltet sich der erste Kilometer durch Eisenach sehr gemütlich. Siebener Schnitt, mehr nicht. Trotzdem wird niemand nervös, beginnt zu drängeln, regt sich über die Schnecken um ihn herum auf. 1800 Läufer laufen sich gemeinsam ein, auch etwas besonderes. Laufbericht: Gelassen über den Rennsteig weiterlesen

Conergy Hamburg Marathon

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich war doch ganz schön enttäuscht!

Nicht von den Zuschauern: Die waren erste Klasse! Überall standen Menschenmassen, die sich wirklich für den Lauf interessierten und hochmotiviert anfeuerten! Die alte Dame mit dem Schild „Weiter so“, die gesettete Familie, die mit edlem Porzelan an der Strecke frühstückte, die vielen Menschen, die mit privat gekauften Bechern unermüdlich Wasser verteilten, die Damen mit den Melonenstücken, meine lieben Kollegen (eine sogar mit einem gebastelten Schild!) und und und …

Derart unterstützt hätte es doch mit der angepeilten und erwarteten Zeit von 3:10 klappen müssen!

Und es ging auch gut los. Die ersten Kilometer meist mit einem Schnitt von 4:25 Minuten/Kilometer, die Halbmarathonmarke mit 1:34, alles deutete auf eine Zeit von 3:10 hin, eventuell sogar etwas darunter.

Doch dann wurde ich immer langsamer. Bald musste ich selbst um einen 5-Minuten-Schnitt kämpfen, am Ende fielen mir sogar 5:30 schwer. Ab Kilometer 27 war es eine Qual, wie bei noch keinem Marathon zuvor.

Warum?

Ich weiß es nicht, habe aber ein paar Vermutungen: Conergy Hamburg Marathon weiterlesen