Trauriger Witz: Teure Geräte-Medizin bestätigt Diagnose

Es ist ein trauriger Witz, aber gestern hat die sicherlich mehrere hundert Euro teure High-Tech-Gerätemedizin der orthopädischen Praxis (Röntgen, MRT, Pediometrie, Knochendichtemessung, computergestützte Körpervermessung) die Diagnose des Orthopädie-Technikers Bernd Rödel bestätigt:
Die – seit Umstellung der Lauftechnik verschwundenen – Schmerzen im Fuß (vgl. Artikel Neuer Laufstil notwendig) sind eine vom intensiven Lauftraining ausgelöste Überlastung. Ich solle mich ein wenig schonen und Einlagen zum Laufen tragen, um meine Senk-Spreiz-Füße etwas zu unterstützen.
Die entscheidende Empfehlung, an meinem Laufstil zu arbeiten, wurde jedoch nicht wiederholt …

Tatsache ist also: In kürzerer Zeit habe ich von Bernd Rödel eine ebenso genaue Diagnose mit einer besseren Hilfe zur Vermeidung der Schmerzen erhalten als in der teure, hochtechnisierten Praxis! – Ich kann mich nur wiederholen: Wäre ich doch gleich zu Bernd Rödel gegangen!!!

Für alle Interessierten ist hier seine Adresse:

  • Orthopädie Schuhtechnik Bernd Rödel
    Berliner Str. 53
    14169 Berlin-Zehlendorf
    Tel.: (030) 811 19 09

Training am 20.10.2007

  • Distanz: 14.24 km
  • Zeit: 1:54:18 (8:02 min/km)
  • Art des Trainings: Regeneration
  • Laufleistung 43. Woche: 42.03 km

DIABETES-ANPASSUNG

Vor dem Lauf (11:03 – Start des Laufs: 12:30):

  • BZ: 98 (fallende Tendenz, weil noch ca. 2,38 IE an Bord)
  • BE: 5
  • BR:70%

Während dem Lauf (13:16):

  • BZ: 54
  • BE: 6 (Energiegels)

Nach dem Lauf (14:37):

  • BZ: 98
  • BE: 4
  • IE: 4
  • BR:100%

Erläuterung:

Ein langer, aber sehr langsamer Lauf mit meiner Freundin, der nach ca. 7 km von einer Unterzuckerung unterbrochen wurde. Hier rächte sich der geringe Zeitabstand zum Frühstück, von dem noch eine Menge Insulin nachwirkte (vermutlich mehr als die 2.38 IE, die mir meine Pumpe als „Insulin an Bord“ anzeigte). Dagegen war meine Basalraten-Reduktion und die deutliche Nahrungsaufnahme von 5 BE eineinhalb Stunden vor dem Lauf annähernd wirkungslos – vermutlich hätte ich die Pumpe ablegen können und dennoch die Unterzuckerung nicht vermieden.
Nach 6 BE Sportgel (ich bevorzuge Hammergel „Espresso“, weil dieses Gel bei gleichem Kohlenhydratgehalt längst nicht so süß ist, wie beispielsweise die Powerbar-Gels, und sich leichter schlucken lässt) sowie 15 Minuten Gehpause konnte ich wieder weiter laufen und unterzuckerte nicht mehr.

Konsequenz:

Bei einem Start weniger als vier Stunden nach dem Frühstück werde ich früher, spätestens nach 5 Kilometern meinen Blutzucker kontrolieren, um den Blutzuckerabfall früher zu erkennen.

Übrigens:

Ich habe auch heute wieder meinen neuen Laufstil geübt (vgl. Artikel Neuer Laufstil notwendig). Die kleine Umstellung wirkt wunder: Meine Fußschmerzen sind nicht wieder aufgetaucht!

Neuer Laufstil notwendig

Nachdem ich seit einer Woche unter Schmerzen leide (rechter Fuß, äußerer Mittelfußbereich) war ich vorgestern beim Orthopädie- Techniker und dreißigfachen (!) Berlin-Marathon-Finisher Bernd Rödel (Berliner Str. 53, 14169 Berlin).

Nach einer eingehenden Untersuchung meines Bewegungsapparats und einer Laufstilanalyse (insgesamt habe ich eineinhalb Stunden bei ihm verbracht) hat er mir die Ursache meiner Schmerzen erklärt:
Eine angeborene Fußfehlstellung in Kombination mit einer guten, aber nicht optimalen Lauftechnik erzeugt den Überlastungsschmerz. – Genauer: Die Außenseite meines Fußes ist nach unten gesenkt und fängt, da ich mit dem Mittelfuß aufsetze, das gesamte Gewicht ab. Hinzu kommen ein sehr hoher Laufstil (ich springe quasi) und eine falsche Führung des linken Fußes, den ich etwas nach außen ausstelle, was beides die Belastung auf die Problemstelle zusätzlich erhöht.

Ich werde – neben den notwendigen Einlagen (Vertiefung für die Außenseite) – mir also einen neuen Laufstil angewöhnen:

  1. deutliches Aufsetzen mit der Ferse – das Anheben des Vorderfußes in der Bewegung nach vorne ist leicht zu kontrollieren
  2. dichteres Führen der Füße über den Boden
  3. Vermeiden des Ausstellens des Fußes – was durch das Anheben des Vorderfußes (fast) automatisch geschieht und dadurch auch mitkontrolliert werden kann
  4. eine etwas breitere Laufspur (ein hüftbreites Aufsetzen der Füße erhöht die Stabilität und vermindert die Belastung auf den Außenseiten der Füße)

Seitdem versuche ich, jeden Schritt zu kontrollieren, und habe beim gestrigen Training die neue Lauftechnik geübt … und – WAHNSINN! – meine Fußschmerzen sind weg!!!

Übrigens sah sich ein Orthopäde am Hermannplatz nicht in der Lage, auf Anhieb eine Diagnose zu stellen: Nach dem obligatorischen Röntgen wurde ich noch zur MRT und Pediometrie geschickt, um dann am kommenden Dienstag vermutlich zu erfahren, dass es eine Überlastung sei und ich vier Wochen Laufpause machen solle. Über die Diagnose werde ich berichten, allerdings sagt mir meine Ahnung, dass diese immens teure und zeitaufwändige Untersuchung vollkommen überflüssig gewesen ist …

Hätte ich doch statt des promovierten Orthopädie-Arztes gleich den Fachmann aufgesucht, der bereits Uta Pippigs orthopädische Lauf-Probleme gelöst hat!